Arbeit

    Deutscher Personalräte-Preis

    Ein Sonderpreis für #unbezahlt

    Bei der Verleihung des Deutschen Personalräte-Preises am 21. November 2018 in Berlin gingen alle vier Preise an Bewerbungen aus dem ver.di-Organisationsbereich.

    Der Personalrat des Ordnungsamtes der Stadt Frankfurt/Main wurde mit dem Deutschen Personalräte-Preis in Gold ausgezeichnet Simone M. Neumann Der Personalrat des Ordnungsamtes der Stadt Frankfurt/Main wurde mit dem Deutschen Personalräte-Preis in Gold ausgezeichnet

    Personalrat Ordnungsamt Frankfurt/Main

    Über den Preis in Gold jubelte der Personalrat des Ordnungsamts Stadt Frankfurt/Main. Im Außendienst arbeiten rund 250 Mitarbeiter*innen des Ordnungsamts als Stadtpolizei Frankfurt. 2007 wurden ihnen Überwachungs- und Ermittlungsaufgaben aus Bereichen übertragen, für die in Hessen die Gemeinden zuständig sind. Doch was passiert mit Beschäftigten, die nicht mehr außendiensttauglich sind? Für solche Mitarbeiter*innen, vornehmlich für über 55jährige, hat der Personalrat gemeinsam mit Vertreter*innen der Dienstgruppen aus uniformierten und zivilen Bereichen eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Sie hat ein Konzept erarbeitet, das „Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ab dem 55. Lebensjahr Einsatzmöglichkeiten eröffnet, bis zum Erreichen des Ruhestands bzw. der Pensionierung in einem altersgemäßen Rahmen eingesetzt zu werden“, wie es in dem Konzept heißt. Bei gesundheitlichen Einschränkungen gilt das Angebot auch für jüngere Beschäftigte.

    Dazu zählen vornehmlich Aufgaben, die den Bürgerkontakt verbessern, also Anlaufstellen in bestimmten Stadtteilen oder als Kontaktbeamte. Aber auch Koordination und Einsatzplanung des Sicherheitsmobils in den Stadtteilen können diese Kolleg*innen übernehmen.

    Personalrat TU Dresden

    Der Deutsche Personalräte-Preis in Silber geht an den Personalrat der TU Dresden. Gemeinsam haben Kolleg*innen von ver.di, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und Unorganisierte hier für Verbesserungen bei der Eingruppierung gesorgt. Davon profitiert haben insbesondere Facharbeiter*innen in Lehre und Forschung, Hochschulsekretär*innen und Fremdsprachenassistent*innen. Außerdem haben sie die Anerkennung von Restzeiten bei der Stufenzuordnung bei Weiterbeschäftigungen verbessern können.

    Dazu hat der Personalrat umfassend die Rechtsprechung, Kommentierungen aber auch das Vorgehen an anderen Hochschulen recherchiert. Da mit der Dienststelle erst keine Einigung herbeigeführt werden konnte, wandte sich das Gremium an das zuständige Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst mit der Bitte um Einleitung eines Stufenverfahrens. In allen Verfahren konnte der Personalrat wichtige Ziele erreichen. „Unabhängig von den konkreten Ergebnissen hatte die hohe Anzahl der 2016 und 2017 eingeleiteten Stufenverfahren zusätzlich den Effekt, dass Stufenverfahren als legitime Option zum Finden einer Lösung bei unterschiedlichen Auffassungen zwischen Dienststelle und örtlichem Personalrat wiederbelebt wurden“, heißt es in der Bewerbung.

    Gesamtpersonalrat Universität Koblenz-Landau

    Der Bronzepreis ging an den Gesamtpersonalrat Universität Koblenz-Landau. Er hat an der Uni ein Bedrohungs-, Krisen- und Deeskalationsmanagement etablieren können. Für die verschiedenen, zum Teil weit auseinanderliegenden Standorte, an denen insgesamt rund 16.500 Studierende und 1.600 Beschäftigte aktiv sind, fehlte ein solches Management. Daher hatte der Gesamtpersonalrat 2015 in Abstimmung mit dem damaligen Präsidenten der Hochschule eine Arbeitsgruppe aller Personalräte ins Leben gerufen. Weil sie sich jedoch von der Uni-Leitung hingehalten fühlten, haben die Personalräte Eigeninitiative ergriffen. Diese Maßnahmen seien bei den Beschäftigten vor Ort sehr gut angekommen, heißt es in der Bewerbung.

    Jugend- und Auszubildendenvertretung der Uniklinik Düsseldorf

    Gemeinsam haben die Jugend- und Auszubildendenvertretungen der sechs Unikliniken in Nordrhein-Westfalen für eine sichere und faire Ausbildungsvergütung für bisher nicht tarifierte Ausbildungsgänge im Gesundheitswesen gekämpft. Mit Erfolg: Ende Oktober verständigte sich ver.di mit den Tarifpartnern im öffentlichen Dienst – bei Kommunen, Bund und den Ländern, die für die Unikliniken zuständig sind – auf entsprechende Regelungen. Seit 2015 hatten die Jugendlichen dafür gekämpft, haben es geschafft, „den Druck von der Straße in den Betrieb zu bekommen und auf die Arbeitgeber zu übertragen“, wie es in der Bewerbung heißt. Mit zu dem Erfolg beigetragen haben auch Aktionen bei Facebook unter dem Stichwort 'unbezahlt. Dieses Engagement war der Jury des Deutschen Personalräte-Preise der Sonderpreis der DGB-Jugend wert.

    Deutscher Personalräte-Preis

    Der Deutsche Personalrätepreis wurde in diesem Jahr zum 7. Mal von der Zeitschrift „Der Personalrat“ vergeben. Überreicht wurde er im Rahmen des Schöneberger Forums in Berlin. Mit dem Preis werden Projekte und Initiativen gewürdigt, mit denen Personalräte die Arbeitsbedingungen, das Arbeitsumfeld oder die sozialen Rahmenbedingungen in den Dienststellen verbessern. Zugleich sollen sie andere Interessenvertreter*innen motivieren, selbst aktiv zu werden. Bewerbungen für den Personalräte-Preis 2019 werden bereits entgegengenommen.

    Mehr Infos zu allen eingereichten Projekten und zur Ausschreibung für das kommende Jahr

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