Arbeit

    Gut zu wissen, was möglich ist

    Schwerbehinderte brauchen Vertretungen

    von Maren Skambraks

    Schwerbehindertenvertretungswahl. Ein sperriges Wort. Doch was steckt dahinter? Die Wahlen zur Schwerbehindertenvertretung finden alle vier Jahre statt, vom 1. Oktober bis zum 30. November 2014 ist es wieder soweit. In allen Betrieben und Dienststellen, in denen mindestens fünf schwerbehinderte Menschen arbeiten. Dabei ist es wichtig, dass sie nicht nur vorübergehend angestellt sind. Ins Amt der Schwerbehindertenvertretung können alle Angehörigen des Betriebs gewählt werden, unabhängig davon, ob sie behindert sind oder nicht. Doch nur die Schwerbehinderten, also Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 Prozent, und alle ihnen Gleichgestellten sind wahlberechtigt.

    Rollstuhlfahrerin am Schreibtischarbeitsplatz dpa-Bildfunk Trotz Rollstuhl arbeiten können


    Wie wichtig die Arbeit der Vertretungen ist, weiß Angelika Ebeling aus eigener Erfahrung. Mehr als 30 Jahre lang war sie Schwerbehindertenvertreterin bei Karstadt, lange Zeit als Gesamtschwerbehindertenvertreterin. „Ich habe schnell gemerkt, was man da alles bewegen kann“, sagt sie. „Oft kennen die Schwerbehinderten, wie andere Beschäftigte ja auch, ihre gesetzlichen Möglichkeiten kaum. Wir helfen ihnen dabei, die Dinge, die ihnen zustehen und die für sie wichtig sind, auch zu beanspruchen.“

    Ansprechpartner nach langer Krankheit

    Für Angelika Ebeling ist es eine Herzenssache „immer für die Menschen und mit den Menschen“ zu arbeiten, so sieht sie es. Nur so könnten die speziellen Bedürfnisse der Einzelnen herausgefunden werden. Sind die Gremien einmal gewählt, warten vielfältige Aufgaben auf sie. Die Gewählten vertreten die Interessen der behinderten Kolleg/innen gegenüber dem Arbeitgeber und sind Ansprechpartner bei allen Fragen rund um Prävention, Integration oder Rehabilitation, etwa nach einer langen Krankheit.

    In der letzten Amtsperiode seit dem Jahr 2010 haben sich deutschlandweit 1 943 Kolleg/innen für eine bessere Inklusion, also Einbeziehung, von Schwerbehinderten in ihren Betrieben eingesetzt. Dabei kommt es oft auch zu einer engen Zusammenarbeit mit dem Betriebs- oder Personalrat, sei es beim Einsatz für einen rollstuhlgerechten Arbeitsplatz oder bei der Beantragung von technischen Hilfsmitteln wie Lesegeräten. Für alle, die sich auf die vielfältigen Aufgaben vorbereiten wollen, bietet das ver.di-Bildungsportal unter dem Stichwort „SBV“ Grundlagen- und weiterführende Seminare an.

    Der wichtigste Tipp der erfahrenen Interessenvertreterin Angelika Ebeling für frisch Gewählte aber heißt: „Immer offen sein für alles Neue, jeden Tag dazulernen wollen und vor allem: gut zuhören. Wer sich auf die Sorgen und Nöte der Schwerbehinderten einlässt, hilft den Kollegen und Kolleginnen schon ein ganzes Stück weiter!“

    ver.di-publik 6-2014

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