Arbeit

    Personalratswahlen in vielen Dienststellen

    Breiter Rückhalt

    Ende April 2020 wird im Jobcenter Duisburg ein neuer Personalrat gewählt Foto: Dirk Grobelny Die ver.di-Betriebsgruppe im Jobcenter Duisburg

    13. März 2020 – In diesem Jahr werden in zahlreichen Dienststellen in verschiedenen Bundesländern, aber auch auf Bundesebene und bei Sozialversicherungen wieder Wahlurnen aufgestellt. Hier werden an vorher festgelegten Wahltagen neue Personalräte gewählt. Mit dabei ist auch das Jobcenter in Duisburg. Zirka 1000 Beschäftigte arbeiten hier, verteilt auf elf Liegenschaften im Stadtgebiet. Doch was bislang zumindest in einigen Dienststellen per Briefwahl erledigt wurde, soll diesmal Ende April in allen elf Dienststellen als Urnenwahl stattfinden. Dafür hat sich die ver.di-Betriebsgruppe stark gemacht. Zudem werden sich zahlreiche Mitglieder der Betriebsgruppe als freiwillige Wahlhelfer zur Verfügung stellen, sagt der Betriebsgruppenvorsitzende Rainer Horwat. Sie wollen damit einen weiteren Beitrag dazu leisten, dass der Personalrat durch eine hohe Wahlbeteiligung zeigen kann, dass er einen breiten Rückhalt unter den Beschäftigten hat.

    Personal einstellen

    In denen zurückliegenden Jahren hat der Personalrat schon einige an Vereinbarungen und Erfolgen für die Beschäftigten durchsetzen können, sagt dessen freigestellter Vorsitzender Marcus Sopke. Befristungen konnten eingeschränkt werden, der Personalhaushalt wächst. „Die Geschäftsführung tut alle dafür, Personal einzustellen“, so Sopke. Dienstvereinbarungen zur Arbeitszeit, Telearbeit und weiteren Themen wurden ausgearbeitet, doch deren Umsetzung ist manchmal schwierig. Beispiel Telearbeit: „Hier lebt die Geschäftsführung sie nicht immer so, wie es der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gerecht werden sollte“,sagt Sopke. So würden ähnliche Begründungen nicht immer gleichermaßen für die Einrichtung eines Heimarbeitsplatzes anerkannt. Als Folge seien Beschäftigte schon in andere Jobcenter gewechselt.

    Wichtige Themen für die Zukunft sind Schutz und Sicherheit, aber auch Digitalisierung sowie Gesundheitsschutz. Die ver.di-Betriebsgruppe, der rund 30 Vertrauensleute angehören, arbeitet mit an diesen Themen. Immer wieder macht sie bei Personalversammlungen an Infoständen darauf aufmerksam, führt Gespräche, organisiert Aktionen, ob zum Weltfrauentag am 8. März oder bei aktiven Mittagspausen.

    Im Jobcenter Duisburg wird Ende April 2020 ein neuer Personalrat gewählt Foto: Dirk Grobelny Der freigestellte Personalratsvorsitzende Marcus Sopke (l.) Mit dem Betriebsgruppenvorsitzenden Rainer Horwat vor dem Jobcenter Duisburg

    Generationenübergreifende ver.di-Liste

    Im Personalrat sind derzeit sechs der elf Mitglieder von der ver.di-Liste. Sie wird bei ver.di für die jetzt  anstehende Personalratswahl wieder eine generationenübergreifende Liste sein, wie Horwat und Sopke betonen. Auf den ersten sieben Plätzen sind vier Frauen zu finden. Dazu haben auch die Betriebsgruppenmitglieder beigetragen, die frühzeitig gezielt Kolleg*innen gefragt haben, ob sie Interesse haben zu kandidieren. Die Neuen werden geschult und profitieren auch von dem guten Netzwerk, dass die erfahrenen Kolleg*innen und auch ver.di bieten. So trägt die Betriebsgruppe weiter dazu bei, dass ein engagierter Personalrat weiter im Interesse der Beschäftigten aktiv ist.

    Mitbestimmung ist wichtig

    In diesem Jahr werden in zahlreichen Dienststellen nach den jeweiligen Landesgesetzen in NRW, Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt, Bremen und Berlin neue Personalräte gewählt. Auch auf Bundesebene und in der Sozialversicherung ist 2020 in Wahljahr. „Mitbestimmung ist in Zeiten schneller Veränderung wichtiger denn je“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Als Themen, die die betriebliche Arbeit in nahezu allen Behörden und Verwaltungen bestimmen, nennt sie Digitalisierung, Umstrukturierungen und Verwaltungsreformen, Befristungen oder Privatisierungen.  „Die Beschäftigten brauchen eine starke Interessenvertretung, um diese Prozesse mitgestalten und ihre Interessen einbringen und auch durchsetzen zu können“, so Behle. Dabei stellte sie klar, dass es gute Mitbestimmung im öffentlichen Dienst nur mit einer starken Gewerkschaft geben könne, denn gute Arbeits- und Einkommensbedingungen seien die wichtigste Voraussetzung für gute Personalratsarbeit.

    „Und gute Arbeits- und Einkommensbedingungen schaffen wir als Gewerkschaft durch Tarifverträge und die Gestaltung des Beamt*innenrechts“, erklärte Behle, die im ver.di-Bundesvorstand auch für den Öffentlichen Dienst zuständig ist. Ihre Botschaft an die Beschäftigten dort lautet: Wählen gehen – ver.di wählen, weil Mitbestimmung zählt!

    Text: Heike Langenberg

    ver.di-Website zur Personalratswahl

    Vor Ort

    Sie wollen mal mit ver.di-Leuten reden? Fragen stellen oder reinschnuppern? Finden Sie Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in Ihrer Nähe.

    Interaktive Karte Ansprechpartner finden

    Newsletter

    Sie wollen informiert bleiben? Dann registrieren Sie sich und erhalten Sie Ihren persönlichen Newsletter mit allen News und Infos zu unseren Aktionen und Kampagnen.

    Jetzt abonnieren Immer informiert!

    Mitbestimmen

    Betriebs- und Personalräte machen den Unterschied

    Fachseiten Mitbestimmung Infos für Interessensvertreter