Arbeit

    DGB-Initiative bündelt Hilfen zur Vorbeugung

    Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen und privatisierten Sektor nimmt zu


    20. Februar 2020 | Eine im Rahmen der bundesweiten DGB-Initiative gegen „Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen und privatisierten Sektor“ durchgeführte repräsentative Befragung von 2.000 Beschäftigten aus allen Bereichen des öffentlichen Dienstes und des privatisierten Sektors zeigt alarmierende Zahlen. Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten im öffentlichen Sektor (67 Prozent) wurden in den letzten zwei Jahren während der Arbeit beleidigt, beschimpft, bedroht oder angegriffen. 57 Prozent der Befragten gaben an, die Gewalt habe zugenommen. Die Studie, die am 19. Februar 2020 bei einer Tagung in Berlin präsentiert wurde, belegt auch, dass die jahrelangen Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand dabei offenbar großen Einfluss auf das gestiegene Risikoerleben haben. Personalmangel, dürftige Ausstattung, schlechte Services und ein hoher Bürokratieaufwand werden häufig als Auslöser für Aggressionen bei Bürgerinnen und Bürgern erachtet. 86,2 Prozent der Befragten sagen, an ihnen werde der Frust am Staat ausgelebt. Fast alle Betroffenen (92 Prozent) vermissen den gesellschaftlichen Respekt gegenüber anderen Menschen und gegenüber Beschäftigten im Dienst der Gesellschaft. ver.di vertritt besonders viele betroffene Berufsgruppen in und außerhalb des öffentlichen Dienstes und weist seit Jahren darauf hin, dass dringender Handlungsbedarf notwendig ist.

    „Allen muss klar sein: Einsparungen im öffentlichen Dienst kosten Sicherheit.“

    Christine Behle, stellvertretende ver.di-Vorsitzende

    „Die Kürzungspolitik im öffentlichen Dienst hat zu einer deutlichen Personalreduzierung und einer restriktiven Personalpolitik geführt, die auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird. In der Folge steigen Arbeitsbelastungen und Erwartungshaltungen an die Beschäftigten in immer stärkerem Maße. Die Beschäftigten dürfen auch nicht zum Sündenbock für den Abbau sozialer Leistungen gemacht werden. Allen muss klar sein: Einsparungen im öffentlichen Dienst kosten Sicherheit“, so die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle.

    Mit Hilfe der Kampagne fordern der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften unter anderem eine systematische und umfassende Erfassung sämtlicher Daten zu Übergriffen, mehr Investitionen in Personal und die Funktionsfähigkeit des öffentlichen Dienstes, Schulungen zu präventiven Deeskalationsstrategien sowie funktionierende Mechanismen der Nachsorge, eine Sensibilisierung der Führungskräfte sowie einen öffentlichen Bewusstseinswandel.

    „Eine Besserung der Lage erfordert konkrete Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten. Hier gilt es, bereits frühzeitig im Vorfeld drohender Übergriffe präventiv tätig zu werden. ver.di-Personal- und Betriebsräte verschaffen den Betroffenen Gehör, bemühen sich um Prävention und gemeinsam mit Dienstherren bzw. Arbeitgebern um Anti-Gewalt-Konzepte“, sagt Christoph Schmitz, ver.di-Bundesvorstandsmitglied.

    Geplant ist, dass ver.di-Mitglieder auch von einer umfangreichen Materialsammlung zum Thema „Gewalt gegen Beschäftigte“ profitieren sollen. Hierzu wird eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, die Infomaterial, Dienstvereinbarungen, Strategien und Beispiele guter Praxis bündelt.


    Weitere Infos zu der DGB-Initiative: www.dgb.de/mensch

    Die Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen und privatisierten Sektor hat zugenommen Foto: DGB-Initiative DGB-Initiative gegen „Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen und privatisierten Sektor“

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