Arbeit

    Deutscher Personalrätepreis 2020

    Gold für Personalrat der Stadtverwaltung Düsseldorf

    11. November 2020 – Anruf statt Aufruf auf die große Bühne, Post statt Preisverleihung – Corona hat auch die Abläufe bei der Verleihung des Deutschen Personalräte-Preises kräftig auf den Kopf gestellt. Die Veranstalter hatten das Schöneberger Forum, in dessen Rahmen die Preise traditionell überreicht werden, frühzeitig abgesagt. Auf die Auszeichnung engagierter Interessenvertretungen aus dem Bereich des öffentlichen Dienstes wollten sie dennoch nicht verzichten. Also mussten die Nominierten am Telefon ausharren: Sie bekamen die frohe Kunde bei einem Anruf mitgeteilt, Trophäe und Urkunde folgten per Post.

    Der Personalrätepreis in Gold geht an den Personalrat der Stadtverwaltung Düsseldorf Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert Die ausgezeichnete Vereinbarung unterzeichneten der damalige Personalratsvorsitzende Robert Wollborn-Schönfeld (rechts) udn Oberbürgermeister Thomas Geisel

    Alle profitieren

    Besonders groß war die Freude beim Personalrat der Stadtverwaltung Düsseldorf. Die Kolleg*innen in der Landeshauptstadt bekamen den Preis in Gold zugesprochen. Mit ihrem Projekt haben sie gezeigt, dass Rekommunalisierung eine tatsächlich umsetzbare und auch wirtschaftliche darstellbare Möglichkeit ist, heißt es in der Begründung. Aus dem, was ursprünglich als Rationalisierung geplant war, konnten – auch nach organisiertem Druck durch Politik und Öffentlichkeit – in der städtischen Reinigung neue Arbeitsplätze mit tariflich gesicherten Arbeitsbedingungen entstehen. „Das Ergebnis und die erhöhte Qualität kommen nun allen zu Gute“, freut sich der 1. stellvertretende Personalratsvorsitzende Stefan Wittstock. Mit allen meint er nicht nur die betroffenen Beschäftigten, sondern auch alle Kolleg*innen, die in den städtischen Gebäuden arbeiten, und nicht zuletzt die Bürger*innen Düsseldorfs.

    „Das Projekt zeigt Durchsetzungsstärke, aber auch ein feines Gefühl für gesellschaftliche Notwendigkeiten.“

    Christine Behle, stellvertretende ver.di-Vorsitzende

    Reinigungsstandards verbessert

    „Das Projekt des Personalrates zeigt, welche Wirkung gut vernetzte und organisierte Arbeit haben kann und welche Hebel in Bewegung gesetzt werden können“, sagt die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Der Personalrat habe seine Rolle nicht nur zum Erhalt bereits bestehender Arbeitsplätze genutzt, sondern auch für eine Verbesserung des Reinigungsstandards in den Bereichen und zusätzlich zur Schaffung guter Arbeitsplätze. „Das Projekt zeigt Durchsetzungsstärke, aber auch ein feines Gefühl für gesellschaftliche Notwendigkeiten“, so Behle. Für sie ist das Projekt beispiellos bei den eingereichten Projekten in 2020.

    Der Deutsche Personalrätepreis 2020 in Silber geht an den Personalrat der studentischen Beschäftigten an der Technischen Universität Berlin. Hier hatten Kolleg*innen von ver.di und von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gemeinsam eine Dienstvereinbarung zur Arbeitszeit auf den Weg gebracht. Sie regelt, wie anfallende Mehrarbeit zu behandeln ist. Dabei wird geltenden Gesetzen und Tarifverträgen Rechnung getragen.

     Der Personalrätepreis in Bronze geht 2020 nach Chemnitz BUND-Verlag Bronze für die gelebte Solidarität bei der AOK in Sachsen und Thüringen

    Arbeitsbedingungen konkret verbessert

    Der Bronzepreis geht an den Gesamtpersonalrat (GPR) der AOK Plus, der Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Chemnitz. Sie setzten mit ihrem Projekt ein Zeichen für gelebte Solidarität in Corona-Zeiten. Mit dem Vorstand hatten sie vereinbart, dass betreuenden Eltern während des Corona-Lockdowns im Frühjahr ein übertarifliches Entgelt gezahlt wurde. Der Gesamtpersonalrat machte es darüber hinaus auch noch möglich, dass Zeitspenden – vom Vorstand aufgestockt – von betreuenden Kolleg*innen genutzt werden konnten. „Das Vorgehen ist aktiv, hat die Probleme der Beschäftigten im Blick, verbessert konkret Arbeitsbedingungen und zeugt von Kreativität“, lobte Christine Behle dieses Signal der Solidarität.

    Im Wettbewerb um den Deutschen Personalrätepreis 2020 ging ein Sonderpreis nach Hannover BUND-Verlag Mehr Inklusion ist möglich - bei der Stadtverwaltung in Hannover

    Zwei Sonderpreise vergeben

    Zudem wurden noch zwei Sonderpreise vergeben. Der Sonderpreis für Schwerbehindertenvertretungen ging an den Personalrat und die Schwerbehindertenvertretung der Hochschule Hannover für die Entwicklung und den Abschluss einer Integrationsvereinbarung. Angestrebt ist unter anderem die Steigerung des Anteils von Beschäftigten mit Behinderungen auf 7,5 Prozent. Explizit einbezogen werden sollen dabei Auszubildende. Aber die Vereinbarung enthält auch Regelungen zu Hilfsmitteln und Arbeitsplatzausstattung allgemein. Ein weiterer Sonderpreis, diesmal für die Arbeit von Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV), ging an die JAV der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und die Bereitschaftspolizei Eutin für ihr Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

    Mehr Infos zu den Projekten und zum Preis

    Der Deutsche Personalräte-Preis...

    wurde in diesem Jahr bereits zum 10. Mal von der Zeitschrift „Der Personalrat“ ausgelobt. Er stand erneut unter dem Motto „Initiativen für Beschäftigte“. Damit wollen die Initiator*innen darauf hinweisen, dass Personalräte selbst die Initiative ergreifen können, um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten, deren Arbeitsumfeld oder die sozialen Rahmenbedingungen zu verbessern. Häufig ist die Arbeit der Interessenvertretungen dem Dienstherrn ein Dorn im Auge, während die Belegschaft sie als „Dienstleistung" ansieht. Von beiden Seiten gibt es oft nur Kritik an der Arbeit des Personalrats – und hier will der Deutsche Personalräte-Preis ein Zeichen setzen.

    Rekommunalisierung im Öffentlichen Dienst – Mehr dazu in der ver.di publik 06/2020

    Deutscher Betriebsräte-Preis

    Anfang November sind bereits Betriebsräte für ihre Initiativen und Projekte mit dem Deutschen Betriebsräte-Preis ausgezeichnet worden. Mehr Infos zu den Preisträger*innen

     

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