Arbeit

    „Frist ist Frust“

    ver.di fordert die Eindämmung befristeter Beschäftigung an Hochschulen

    6. Juni 2019 | Heute entscheidet die Ministerpräsidentenkonferenz von Bund und Ländern über den „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“. ver.di begrüßt den Einstieg des Bundes in eine dauerhafte Finanzierung der Hochschulen und fordert zugleich verbindliche Zusagen für mehr Dauerbeschäftigungen. „Es braucht endlich faire Arbeitsbedingungen und Perspektiven für alle Hochschulbeschäftigten“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ute Kittel. Jahrzehntelange Befristungskarrieren und Vertragslaufzeiten von wenigen Monaten dürften nicht länger die Regel sein. Deshalb müsse – entgegen den bisherigen Vereinbarungen – das Geld des neuen Paktes verbindlich in Dauerbeschäftigung fließen. Der Zukunftsvertrag müsse auch die Zukunft der Beschäftigten sichern. „Denn Frist ist Frust“, sagte sie.

    „Frist ist Frust“-Demo von ver.di, GEW und NGAWiss, die ein Ende der Befristungspraxis an Hochschulen fordern ©Kay Herschelmann Vor dem Ministerium für Bildung und Forschung in Berlin am 2. Mai 2019: Demo von ver.di, GEW und NGAWiss: „Schluss mit der Befristungspraxis – Mittel des Hochschulpakts müssen für Dauerstellen eingesetzt werden“


    Der bisher vorliegende Vertragsentwurf der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz fordert zwar, dass die Länder mit den Mitteln des Bundes (zunächst 3,88 Milliarden Euro jährlich ab 2021) einen Fokus auf Dauerstellen legen sollen. Diese Aufforderung ersetze aber keine konkreten Vereinbarungen zur Entfristung, sagte Kittel. „Sollte der Pakt heute dennoch unverändert unterschrieben werden, erwarten wir von den Ländern, dass sie verbindliche Ziele für eine deutliche Erhöhung unbefristeter Beschäftigungsverhältnisse an ihren Hochschulen benennen“, forderte sie. Dies solle in den jeweiligen Verpflichtungserklärungen zum Zukunftsvertrag geschehen.

    Aktuell haben 90 Prozent des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie mehr als ein Viertel der Beschäftigten in Technik und Verwaltung an Hochschulen und Forschungseinrichtungen nur befristete Stellen.

    Die Kampagne „Frist ist Frust“ von ver.di, der GEW und dem Netzwerk Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss) setzt sich seit Monaten massiv dafür ein, dass die auf Dauer gestellten Mittel  verbindlich in dauerhafte Beschäftigung von wissenschaftlichem Nachwuchs investiert werden.

    Mehr erfahren:

    Kampagne Frist ist Frust: http://frististfrust.net/

     

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