Fragen & Antworten

    „Höhere Steuern führen zu Kapitalflucht.“

    „Höhere Steuern führen zu Kapitalflucht.“

    Auch wenn immer behauptet wird, Kapital sei „scheu wie ein Reh“: Legal kommen reiche Deutsche an der Steuerpflicht kaum vorbei. Auch wenn sie ihr Kapital ins Ausland schaffen, bleiben sie unbeschränkt steuerpflichtig. Dazu müssen sie nicht einmal ihren Wohnsitz hier haben. Alle, die mehr als 183 Tage im Jahr in Deutschland sind, müssen hier Steuern auf ihr gesamtes Vermögen zahlen. Sinnvoll wäre, die Steuerpflicht grundsätzlich an die Staatsbürgerschaft zu knüpfen, wie es auch in den USA praktiziert wird. Dann wäre es unerheblich, wo sich reiche Berühmtheiten wie Michael Schumacher oder Kaiser Franz gerade aufhalten.

    Das eigentliche Problem sind kriminelle Aktivitäten. Etwa dann, wenn Geld in Koffern über die Grenze geschmuggelt wird oder durch illegale Machenschaften in Steueroasen landet. Hier ist aber nicht das Steuerrecht, sondern das Strafrecht gefragt. Um es durchzusetzen, braucht es gut geschulte und eine ausreichende Zahl von Steuerfahndern und -fahnderinnen. Der Ankauf von Steuer-CDs hat sich als wirksames Mittel bewährt. Zudem ist die Abschreckungswirkung hoch.

    Gleichzeitig ist politischer Druck auf die Steueroasen nötig. Vereinbart werden müssen flächendeckende Kooperationen und ein automatischer Informationsaustausch von Steuerbehörden, Finanzämtern und Banken. Beim geplanten deutsch-schweizerischen Steuerabkommen dagegen blieben Steuerflüchtlinge weiterhin anonym und könnten nach neuen Wegen der Steuerhinterziehung suchen.

    Haben Sie weitere Fragen zu diesem Thema? Dann schreiben Sie an wirtschaftspolitik@verdi.de