Fragen & Antworten

    Gesetzlicher Mindestlohn für Saisonarbeiter oder gilt eine Sonderregel?

    Gesetzlicher Mindestlohn für Saisonarbeiter oder gilt eine Sonderregel?

    Beschäftigte, die befristet in einer Saison - zum Beispiel im Hotel- und Gaststättengewerbe oder in der Landwirtschaft - arbeiten, erhalten den Mindestlohn. Allerdings wird es voraussichtlich in der Landwirtschaft einen Tarifvertrag geben, der bis 2017 noch niedrigere Löhne vorsieht.

    Wenn die Saisonbeschäftigung weniger als 70 Tage im Jahr ausgeübt wird, muss für diese Tätigkeit keine Sozialversicherung gezahlt werden. Das gilt aber nur, wenn die Beschäftigung nur gelegentlich und nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Das heißt, diese Tätigkeit darf nicht allein für die Sicherung des Lebensunterhalts bestimmend sein. Deswegen können Personen, die arbeitslos sind, diese Ausnahme nicht in Anspruch nehmen. Die 70-Tage-Regelung gilt nur für die nächsten vier Jahre, danach gilt wieder die Begrenzung auf 50 Tage.

    Da weder Arbeitgeber noch Beschäftigte die Sozialversicherungsbeiträge zahlen, stellt sich die Frage, wer die soziale Sicherung übernimmt. Es sollte in jedem Fall sichergestellt sein, dass eine Kranken- und Unfallversicherung besteht. Dies muss mit dem Arbeitgeber geklärt werden.

    Arbeitgeber können Kosten für Essen und Unterkunft in angemessenem Rahmen vom Mindestlohn abziehen. Was "angemessen" genau bedeutet, soll eine Rechtsverordnung noch regeln. Auch das Wegegeld könnte unter bestimmten Umständen vom Mindestlohn abgezogen werden.