Fragen & Antworten

    Erhalte ich bei ehrenamtlicher Tätigkeit den gesetzlichen Mindestlohn?

    Erhalte ich bei ehrenamtlicher Tätigkeit den gesetzlichen Mindestlohn?

    Nein. Ein Ehrenamt ist in der Regel als freiwilliges öffentliches Amt zu verstehen, das nicht auf Entgelt ausgerichtet ist. Insofern erhalten Personen, die ein Ehrenamt ausüben, auch keinen Lohn, sondern allenfalls eine Entschädigung für den entstandenen Aufwand. Nach § 22 Abs. 3 des Mindestlohngesetzes ist ehrenamtliche Tätigkeit vom Mindestlohn ausgenommen.

    Der Gesetzgeber hat klargestellt, dass nur ehrenamtliche Tätigkeit im engeren Sinn unter diese Ausnahme fällt. Es darf nicht die Erwartung der finanziellen Gegenleistung im Vordergrund stehen und die Tätigkeit muss auf das Allgemeinwohl ausgerichtet sein. Wenn dies gegeben ist, können auch mehrere Tätigkeiten nebeneinander ausgeübt werden. Der Gesetzgeber will damit vor allem die Arbeit von Vereinen, im Sportbereich, Musikgruppen usw. nicht beinträchtigen. Die Vergütung erfolgt häufig über die so genannte Übungsleiterpauschale bzw. den Ehrenamtsfreibetrag. So müssen sogenannte "ehrenamtliche" Tätigkeiten etwa in der Altenpflege, im Gesundheitswesen oder in der Erziehung, die im Rahmen eines Minijobs verrichtet werden, mindestens mit 8,50 Euro pro Stunde vergütet werden, weil es sich nicht um ein Ehrenamt handelt.  Wer Übungsleiterpauschalen bekommt, wird steuerlich begünstigt. Ob auch Anspruch auf Mindestlohn besteht, kommt auf den Einzelfall an. Auch wenn diese Tätigkeit aus steuerlichen Gründen als ehrenamtlich bezeichnet wird, kann sie eine Arbeitstätigkeit sein.