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    Hamburg

    Hochbahn lässt Tarifverhandlungen scheitern!

    In der gestrigen 4. Verhandlungsrunde hat die Hochbahn einen Kompromissvorschlag von ver.di abgelehnt und die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt. Der Kompromiss enthielt eine Laufzeit von 12 Monaten und das Angebot, die komplexen Themen zur Entlastung auf das kommende Jahr zu verschieben. Damit wollte ver.di der aktuellen Pandemie-Situation Rechnung tragen. Zuvor hatten die Beschäftigten in zwei Streiks gezeigt, dass sie hinter der ver.di-Forderung nach Entlastung stehen. Die Arbeitgeberin verwies bei ihrer Ablehnung auf die Freie und Hansestadt Hamburg. Die ver.di-Tarifkommission berät in den nächsten Tagen über das weitere Vorgehen.

    „Für den plötzlichen Abbruch der Verhandlungen haben die Kolleginnen und Kollegen kein Verständnis. ver.di hat - auch wegen der Pandemie – einen Kompromiss angeboten. Die Geschäftsführung hat dies mit Verweis auf die Freie- und Hansestadt Hamburg als Anteilseignerin abgelehnt. Jetzt müssen Herr Tjarks und Herr Dressel Farbe bekennen! Die Entlastung im ÖPNV muss jetzt finanziert werden“, kritisiert Natale Fontana, Landesfachbereichsleiter Verkehr bei ver.di Hamburg.

    „Die Arbeitgeber treiben die Beschäftigten in einen weiteren Streik, sollten sie ihr Angebot nicht verbessern. Zu leiden hätten darunter die Hamburgerinnen und Hamburger aber auch die Beschäftigten, die seit langem eine Entlastung brauchen. Die dringend nötigen Investitionen in den ÖPNV können nicht durch Lohnverzicht finanziert werden. Notfalls werden die Beschäftigten dies erneut bekräftigen“, so Gabriel Riesner, Gewerkschaftssekretär bei ver.di Hamburg.

    Sieglinde Frieß, stellv. Landesleiterin ver.di Hamburg, kritisiert: „Ein alleiniger Bezug auf das Tarifergebnis des Bundes und der Kommunen ist nicht redlich. Gerade in Hamburg war den Kollegen des ÖPNV besonders wichtig, ihre Belastung in den Mittelpunkt zu stellen. Wer tagtäglich die Menschen von A nach B fährt weiß, was er geleistet hat. Bessere Arbeitsbedingungen sind wichtig und wären auch ein win-win-Ergebnis für alle, für die Beschäftigten und die Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt. Ein sozialer und ökologischer Klimawandel kostet, aber lohnt sich und ist langfristig günstiger für alle.“


    Hintergrund: im ÖPNV läuft eine bundesweite Aufwertungstarifrunde. In Hamburg hat ver.di Forderungen zur Entlastung der Beschäftigten erhoben, z.B. Entlastungstage für Schichtarbeit, die Erfassung von Überstunden ab der 1. Minute bei Fahrzeugverspätungen, eine Begrenzung der täglichen Höchstarbeitszeit auf neun Stunden und die Erfassung der Vor- und Nachbereitungsarbeiten, sog. Rüstzeiten, als Arbeitszeit. Sowohl der Mantel- als auch der Entgelttarifvertrag sind gekündigt.

     

    V.i.S.d.P.:
    Natale Fontana
    ver.di Landesbezirk Hamburg
    Fachbereich 11
    Besenbinderhof 60
    20097 Hamburg