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    Bayern

    Tarifrunde Einzel- und Versandhandel 2021

    Wertschätzung sieht anders aus

    München, 03.05.2021 - In der ersten Tarifverhandlung des bayerischen Einzel- und Versandhandels begründete ver.di ausführlich die Forderungen für die Beschäftigten. Die Arbeitgeber legten aber kein Angebot vor. ver.di kündigt Aktionen in den Betrieben an.

    „Nicht erst seit der Corona Krise wissen wir, dass Beschäftigte im Einzelhandel wertvolle Arbeit für die Gesellschaft leisten und Milliarden für die Konzerne erwirtschaften. Aktuell 6,8 % mehr Umsatz im bayerischen Einzel- und Versandhandel. Das ist Umsatzrekord seit 1994. Dafür verdienen sie Respekt und Wertschätzung, vor allem durch Löhne und Gehälter, von denen die Menschen ihr Leben bestreiten können und nicht von Altersarmut bedroht sind“, so Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer in Bayern.

    Die Gewerkschaftsvertreter*innen zeigten sich verärgert, da die Forderungen bereits am 03. März an die Arbeitgeber übermittelt wurden und bis heute kein Angebot möglich sei.

    „Dass die Arbeitgeber ohne ein erstes Angebot zu den Verhandlungen erschienen sind, zeugt nicht von Respekt und Wertschätzung gegenüber der Arbeit der Beschäftigten“, so Thiermeyer weiter.

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 4,5 % plus 45 € im Monat. Die unteren Beschäftigtengruppen und Löhne sollen auf ein rentenfestes Mindesteinkommen von 12,50 € in der Stunde angehoben werden. Die Laufzeit der Tarifverträge soll 12 Monate betragen.
    Die Tarifverträge des bayerischen Einzelhandels sollen wieder allgemeinverbindlich werden, damit Dumpingkonkurrenz und Vernichtungswettbewerb wirksam bekämpft werden. Für tarifgebundene Krisenunternehmen/-betriebe will ver.di durch differenzierte Unternehmenstarifverträge Lösungen zur Zukunfts- und Beschäftigungssicherung erreichen.

    ver.di hat nun Aktionen in den Betrieben angekündigt.

    Die Tarifverhandlungen werden am 08. Juni 2021 fortgesetzt.

    Hintergrundinformationen:
    Die Legitimität der beschlossenen Forderungen untermauert eine breite Beschäftigtenbefragung, an der sich binnen vier Wochen knapp 4.200 Kolleginnen und Kollegen beteiligten. Dort gaben 64 % an, Probleme zu haben, mit ihrem derzeitigen Gehalt den Lebensunterhalt zu bestreiten. 81 % schätzten ein, dass ihre Rente aus dem derzeitigen Gehalt nicht vor Altersarmut schützt. 76 % unterstützen eine überproportionale Anhebung der unteren Einkommen und 90 % fordern die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge Im Einzelhandel.


    V.i.S.d.P.
    ver.di Landesfachbereich Handel Bayern
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