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    Nordrhein-Westfalen

    Tarifrunde Groß- und Außenhandel 2021

    Streik im NRW Einzelhandel geht weiter

    Düsseldorf, 10. Juni 2021 - Nach den zwei erfolgreichen Streiktagen in der vergangenen Woche mit Schwerpunkt auf dem Edeka-Konzern ruft ver.di auch am Freitag (11.6.) zu einem Unternehmensstreiktag auf. Diesmal liegt der Schwerpunkt auf der Schwarz-Gruppe. Rund 20 Kaufland-Filialen aus dem Ruhrgebiet, dem Sauerland, dem Münsterland und dem Raum Hagen sowie ein Lidl-Lager werden zu einer gemeinsamen Kundgebung nach Recklinghausen aufgerufen. Hier wird Verhandlungsführerin Silke Zimmer erwartet. Die Tarifrunde im Einzelhandel war zuletzt nach einem für die Gewerkschaft inakzeptablen Angebot der Arbeitgeber ergebnislos vertagt worden.

    „Einen Tag nachdem uns die Arbeitgeber in NRW ein erstes Angebot gemacht haben, sah sich die Schwarz-Gruppe gezwungen, bei Kaufland und Lidl eine Vorabanhebung um 3 Prozent für ihre Beschäftigten zu verkünden. Das zeigt: Die Arbeitskämpfe wirken und hinterlassen Eindruck auf der Arbeitgeberseite. Die Arbeitgeber halten ihr erstes Angebot selbst nicht für akzeptabel!“, erklärte Verhandlungsführerin Silke Zimmer. „Das Ziel von Kaufland ist es, die Streikwelle mit Hilfe der Vorabanhebung zu brechen. Die aktiven Beschäftigten sollen aus der Tarifrunde herausgekauft werden. Ein durchschaubares Manöver. Die Vorabanhebung ist jedoch freiwillig und soll jederzeit anrechenbar sein. Echten Schutz bieten aber nur rechtsverbindliche Tarifverträge.“

    Ein Angebot von nur einem Prozent nach zwei Nullmonaten für 2021 und eine Einmalzahlung in Höhe von 1,4 Prozent des individuellen Entgelts, die auch kumuliert nach 10 Monaten erst im April 2022 zur Auszahlung kommen kann, stehe in keinem Verhältnis zu den historischen Umsatzsteigerungen im Einzelhandel und der außergewöhnlichen Leistung, die die Beschäftigten in der Pandemie erbracht haben. „Wir gehen deshalb in der laufenden Tarifrunde weiter auf die Straße und erhöhen den Druck, bis die Arbeitgeberseite unsere Botschaft versteht und bereit ist, diesen Konflikt mit einem fairen Tarifabschluss zu beenden“, so Zimmer abschließend.

    ver.di fordert für die rund 700.000 Beschäftigten im Einzelhandel NRW 4,5 Prozent und 45 Euro mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von 12 Monaten, sowie ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde. Außerdem fordert ver.di die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge.

    Die Tarifverhandlungen im Einzelhandel werden am 22. Juni fortgesetzt.

    V.i.S.d.P.
    ver.di Landesbezirk Nordrhein-Westfalen
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