Landespressemitteilungen

    Nordrhein-Westfalen

    09.01.2019

    Sicherheitspersonal an Flughäfen: Warnstreiks werden Donnerstag auch in Düsseldorf und Köln-Bonn fortgesetzt

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft die Beschäftigten des Sicherheitspersonals in Düsseldorf und Köln-Bonn zu einem ganztägigen Warnstreik am Donnerstag, dem 10. Januar 2019 auf. Die Streiks werden an beiden Flughäfen ab 00:00 Uhr aufgenommen. Auch am Flughafen Stuttgart wird morgen gestreikt. Wie schon am Montag in Berlin ist auch an diesen Standorten mit starken Einschränkungen im Luftverkehr zu rechnen.

    Damit erhöht ver.di den Druck auf den Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS), der auf das starke Signal der Beschäftigten durch die Warnstreiks in Berlin-Tegel und Schönefeld am Montag nicht reagiert und noch immer kein verhandlungsfähiges Angebot avisiert hat. ver.di hatte bereits im Dezember Arbeitskampfmaßnahmen angekündigt, in den Weihnachtsferien aber aus Rücksicht auf Familien nicht gestreikt.

    Am Standort Düsseldorf werden die Beschäftigten von Klüh, Securitas und Kötter zum Streik aufgerufen. In Köln-Bonn wird ver.di die Betriebe FraSec, Pond, Securitas, Kötter Aviation und Kötter Airport bestreiken. Die Streikversammlung mit dem Verhandlungsführer Benjamin Roscher findet ab ca. 7:30 Uhr im Flughafen Düsseldorf statt.

    „Die Blockade der Arbeitgeber in den Verhandlungen können wir nicht nachvollziehen. Für fremdbeschäftigte Aushilfen in der Passagierkontrolle war die Firma Kötter schon bereit 19,50 € pro Stunde zu zahlen. Da sind wir doch eigentlich nicht mehr weit von unserer Forderung entfernt“, betonte die zuständige Landesfachbereichsleiterin Andrea Becker.
    Als weiteres Beispiel nannte Becker den Flughafen Köln-Bonn: „In der Frachtkontrolle in Köln zahlt UPS den Mitarbeiter*innen eine Zulage, sodass die Beschäftigten auf 18 € pro Stunde kommen. Auch dieser Betrag liegt weit über dem aktuell gezahlten Stundenlohn von 13,20 €.“

    Die Streiks stehen im Zusammenhang mit bislang vier erfolglosen bundesweiten Tarifverhandlungen zwischen dem BDLS und ver.di. Die Arbeitgeber hatten in der letzten Verhandlungsrunde am 20./21. Dezember 2018 ihr Angebot für eine Entgelterhöhung lediglich von 1,8 auf 2,0 Prozent pro Jahr bei einer zweijährigen Vertragslaufzeit erhöht. Die Lohnanpassung für ostdeutsche Bundesländer soll erst nach fünf Jahren beendet sein. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung des Stundenlohns im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle auf 20 Euro brutto. Das bislang vorliegende Angebot der Arbeitgeber beläuft sich auf eine Erhöhung von rund 40 Cent. „Auf dieser Grundlage ist ein Tarifkompromiss nicht möglich“, betont ver.di-Verhandlungsführer Benjamin Roscher. „Die Beschäftigten der Luftsicherheitsunternehmen müssen für ihre schwere und verantwortungsvolle Aufgabe eine deutlich höhere Entlohnung erhalten.“

    Die Arbeitgeber hätten auch nach dem Streik der Beschäftigten an den Berliner Flughäfen die Möglichkeit gehabt, ein verbessertes Angebot vorzulegen. Den Arbeitgebern sollte klar sein, dass die Beschäftigten bereit und in der Lage sind, für ihre Forderungen einzutreten, so Roscher weiter. Sollte es weiterhin kein verbessertes Angebot geben, seien auch weitere Streiks nicht auszuschließen.

    Die Verhandlungen werden am 23. Januar in Berlin fortgesetzt.

     

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