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    Bayern

    Erfolgreicher Streikauftakt im bayerischen Großhandel

    Nach dem erfolgreichen Streikauftakt im bayerischen Großhandel werden die Warnstreiks ausgeweitet. Ver.di ruft am Freitag, den 03.05.2019 die Beschäftigten der Metro Standorte in Nürnberg Buch und Eibach und München Pasing, Lekkerland in Allershausen, Selgros Cash & Carry in Gersthofen und den EDEKA Lagerstandort Sachsen bei Ansbach erneut zum Warnstreik auf. Neu zum Streik aufgerufen werden die EDEKA Lagerstandorte in Gochsheim und Marktredwitz sowie in Straubing, Metro Neu-Ulm und in München die Beschäftigten der Pharmagroßhändler PHOENIX und Alliance Healthcare.

    Der Streikauftakt im bayerischen Großhandel hat gezeigt, dass die Beschäftigten über das Verhalten der Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen mehr als verärgert sind. In der ersten Verhandlungsrunde, die am 08.04.2019 stattfand, die Forderung von ver.di abzulehnen und kein eigenes Angebot zu machen, hat die Geduld der Beschäftigten überstrapaziert. Ver.di zeigte sich mit den Streiks sehr zufrieden.

    „Die Streiks zeigen deutliche Wirkung. Bei Lekkerland, zum Beispiel, war der komplette Warenausgang im Streik und kein LKW hat den Hof verlassen. Die heutige zweite Streikwelle wird nochmal die Entschlossenheit der Beschäftigten untermauern,“ sagt der ver.di Verhandlungsführer Thomas Gürlebeck.

    „In den Betrieben zeigen die Streikaktionen der Beschäftigten deutliche Wirkung. Man wird nun sehen, ob dies auch auf das Verhalten des Arbeitgeberverbandes in der 2. Verhandlungsrunde Wirkung zeigt,“ erklärt Gürlebeck abschließend.

    Geplanter Ablauf:
    • Die Streikversammlung bei EDEKA in Marktredwitz findet um 9 Uhr vor dem Lager in Marktredwitz, Klepperstr. 2, statt

    • Die Streikversammlung bei EDEKA in Gochsheim findet um 9 Uhr im TSV Sportheim in Gochsheim, Friedhofstr. 6, statt.

    • Die Streikversammlung der Metro in Neu-Ulm findet um 9 Uhr vor dem Markt, Borsigstr. 8, statt.

    • Die Streikversammlung von PHOENIX und Alliance Healthcare findet um 8:00 Uhr vor der Alliance Healthcare Niederlassung in München, Drygalski Allee 45, statt.

    • Die Streikversammlung von EDEKA in Straubing findet um 09:00 Uhr im Sporthotel Krüger, Dornierstr. 51 in Straubing, statt.


    Hintergrundinformation zum Großhandel:
    Mit einer wirtschaftlichen Leistung von mehr als 130 Mrd. Euro jährlich ist der bayerische Großhandel, gemessen am Umsatz, die deutlich größte Branche in Bayern. Ohne den täglichen Einsatz der rund 260.000 Beschäftigten sind diese Zahlen nicht zu erzielen. Wichtige Teilbranchen des bayerischen Groß- und Außenhandels sind der Pharma- und Nahrungsmittelgroßhandel.

    Am Beispiel EDEKA kann man die zentrale Rolle des Nahrungsmittelgroßhandels ablesen. EDEKA betreibt in Bayern über 2000 Märkte. Diese werden von nur 9 Großhandelslägern täglich mit Waren versorgt. Dabei sind die Beschäftigten in den Lagerstandorten maßgeblich mit verantwortlich, dass EDEKA allein in Bayern ca.8 Milliarden Euro umsetzt. Ohne die Beschäftigten in den Lagerstandorten sind die Regale in den Läden in kürzester Zeit leer und die Grundversorgung wäre nicht mehr gewährleistet.

    Die Versorgung mit Medikamenten für die rund 3000 Apotheken in Bayern übernehmen die Beschäftigten des pharmazeutischen Großhandels. Der Pharmagroßhandel hält über 100.000 verschiedene Arzneimittel vor. Dadurch, dass die Beschäftigten täglich in mehreren Schichten arbeiten und ein hohes Maß an Flexibilität einbringen, wird die Just-in-time Beschaffung der Apotheken und somit die schnelle Versorgung der Patienten und Kunden erst gewährleitet.

    Diese Beispiele zeigen auf, dass der Großhandel als stiller Riese in Bayern unmittelbar auf die Lebensqualität der Menschen Einfluss nimmt. Um diese Rolle weiter erfüllen zu können, müssen die Großhandelsunternehmen die Branche attraktiv gestalten, so dass die Beschäftigten im Großhandel bleiben und es gelingt neue Beschäftigte für den Großhandel zu gewinnen. Von hoher Bedeutung sind attraktive Entgelte die ausreichen um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Die bisherige Zurückhaltung in der diesjährigen Tarifrunde zur Erhöhungen der Entgelt wirkt nicht nur auf die Beschäftigten negativ, sondern auch für den Großhandel als potentieller Arbeitgeber.

     

    V.i.S.d.P.
    Renate Steiner-Fürk
    ver.di Landesfachbereich Handel
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    E-Mail: renate.steiner-fuerk@verdi.de
    Internet: www.handel.bayern.verdi.de