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    Bayern

    Tarifrunde Groß- und Außenhandel 2021

    Entgelterhöhungen als Wertschätzung für gute Arbeit

    München, 07. Mai 2021 - Am Montag, dem 10. Mai 2021 beginnen die Tarifverhandlungen im bayerischen Groß- und Außenhandel. Nachdem die Beschäftigten im Groß- und Außenhandel in den letzten Monaten die Versorgung der Bevölkerung, unter massiv erschwerten Arbeitsbedingungen, aufrechterhalten haben, ist es an der Zeit, dass die Arbeitgeber diese Leistung durch Entgelterhöhungen anerkennen und wertschätzen.

    Am 4. März 2021 hat die Große Tarifkommission die Forderungen für die Tarifrunde 2021 beschlossen und wird sie in der ersten Verhandlungsrunde den Arbeitgebervertretern ausführlich begründen. Konkret fordert ver.di:

    • Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 4,5% plus 45 € im Monat
    • Die Laufzeit soll 12 Monate betragen
    • In einer gemeinsamen Initiative soll die Allgemeinverbindlichkeit unser Entgelttarifvertrag im Großhandel erreicht werden

    Für tarifgebundene Krisenunternehmen/-betriebe will ver.di durch differenzierte tarifliche Lösungen auf Unternehmens-/Betriebsebene Zukunfts- und Beschäftigungssicherung durch entsprechende Unternehmenstarifverträge erreichen.

    „Was für eine zentrale Rolle die Beschäftigten des Groß- und Außenhandels in der Versorgung der Bevölkerung haben, wussten wir schon vor der Pandemie. Ohne den unermüdlichen Einsatz unserer Kolleginnen und Kollegen wären die Supermärkte leer geblieben, Apotheken wären die Arzneien ausgegangen und Krankenhäusern hätte notwendiges Material und Medikamente gefehlt. Auch und gerade während der Pandemie haben die Großhandelsunternehmen hervorragende Umsätze erzielt. Daher haben die Beschäftigten als Zeichen des Respekts und der Anerkennung eine Erhöhung der Entgelte verdient, die Sie vor drohender Altersarmut schützt“, sagte Thomas Gürlebeck, ver.di Verhandlungsführer in Bayern.

    Zur Forderungsfindung fand in Bayern eine Beschäftigtenbefragung statt. Bei der Befragung schätzen 75 % ein, dass ihr jetziges Einkommen sie nicht vor drohender Altersarmut schützen wird. Lediglich ein Drittel der Befragten glauben, dass sie ihre jetzige Tätigkeit bis zur Rente ausüben können. Nur 20 % gaben an, dass ihr Gehalt ausreicht um den Lebensunterhalt zu bestreiten.

     

    Hintergrundinformation zum bay. Groß- und Außenhandel:

    Der bayerische Groß- und Außenhandel ist mit seinen rund 270.000 Beschäftigten einer der wichtigsten Branchen im bayerischen Wirtschaftssystem. Die 37,6 % weiblichen und 62,4 % männlichen Beschäftigten verteilen sich auf 83,8 % Vollzeit und 16,2 % Teilzeitstellen. Im Vergleich zum bay. Einzelhandel (52,8 % Vollzeit) und zur bayerischen Gesamtwirtschaft (72,7 % Vollzeit) setzt der bayerische Großhandel überdurchschnittlich auf Vollzeitbeschäftigung. Daraus lässt sich rückschließen, dass der Großhandel Bayern nicht nur eine wichtige Branche für die Gesamtwirtschaft darstellt, sondern auch eine hohe Bedeutung für unser Sozialsystem besitzt. Dies wir deutlich, wenn man betrachtet, dass im Großhandel in Bayern 87 % der Beschäftigungen sozialversicherungspflichtig ist. Im Vergleich zur bayerischen Gesamtwirtschaft (81,1 % sozialversicherungspflichtig) und zum bayerischen Einzelhandel (72,9 % sozialversicherungspflichtig) zeichnet sich der Großhandel in Bayern auch hier aus.

    Quelle der Daten: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Berechnungen IAB


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