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    ver.di-Reportage zum neuen Berliner Airport: Schicker Flughafen, …

    ver.di-Reportage zum neuen Berliner Airport: Schicker Flughafen, schäbige Löhne

    21.05.2012

    Die erneute Verschiebung der Eröffnung des neuen Großflughafens „Berlin Bandenburg Willy Brandt“ ist schon ein Skandal, aber der anhaltende Sinkflug der Löhne an dem Prestigeobjekt ist ein noch viel größerer.

    Die Redaktion der ver.di-Mitgliederzeitung „PUBLIK“ hat sich in ihrer aktuellen Ausgabe der Beschäftigten, der Entlohnung und der Arbeitsbedingungen am neuen Flughafen angenommen. Die Bilanz: schicker Flughafen, schäbige Löhne. Zwar sind die Versprechen immens: Die Betreibergesellschaft rechnet nach der Inbetriebnahme mit 73.000 Arbeitsplätzen rund um den Flughafen. 40.000 davon sollen komplett neu in der Region entstehen. Doch tatsächlich wird der Flughafen BER zur geplanten Eröffnung im kommenden Jahr 18.000 Beschäftigte zählen. Denn viele Unternehmen nutzen den Wechsel an den neuen Flughafen vorerst dazu, ihr Personal durch Leiharbeitsbeschäftigte auszuwechseln.

    Die Lufthansa plant mit einer Billigflugkette das entsprechend billige Kabinenpersonal ein. Im Gastronomiebereich haben im gesamten Flughafen nur Unternehmen Platz bekommen, die weder tarifgebunden sind, noch einen Betriebsrat haben. Beim größten Bodenverkehrsdienstleister, der GlobeGround Berlin GmbH & Co.KG, wurde schon in den vergangenen drei Jahren ein Viertel der 2.000 Beschäftigten durch Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter ersetzt – Tendenz steigend. Und diese Leiharbeitsbeschäftigten werden mit 800 Euro netto nicht nur mies entlohnt, sondern arbeiten auch zu schlechteren Bedingungen. Sie müssen unbezahlte Zwangspausen einlegen, Ausgleichstage erhalten sie nicht. „Die Verschiebung zur prekären Beschäftigung hat stattgefunden und findet immer noch statt“, sagt Holger Rößler, zuständiger ver.di-Sekretär und Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat des Flughafens.


    Die ausführlichen Berichte finden Sie in der aktuellen ver.di PUBLIK unter www.publik.verdi.de und auf www.verdi.de