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    Tarifrunde Seehäfen: ver.di fordert verbessertes Angebot der Arbeitgeber

    19.08.2022

    Im Tarifkonflikt zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) für rund 12.000 Beschäftigte in deutschen Nordseehäfen fordert ver.di zur zehnten Verhandlungsrunde am Montag (22.8.22) in Bremen ein verbessertes Angebot der Arbeitgeber. „Wir erwarten nach wie vor, dass die Arbeitgeberseite die gerichtlich verordneten drei Verhandlungstermine nutzt, um einen Tarifabschluss voranzubringen und entsprechende Angebote zu unterbreiten“, sagte ver.di-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth. Es liege nun an den Arbeitgebern, ob es zu einem Verhandlungsergebnis komme.

    In den bisherigen Verhandlungen sei deutlich geworden, dass der ZDS größten Wert auf eine Tariflaufzeit von zwei Jahren lege, so Schwiegershausen-Güth weiter. Die aktuelle Preissteigerungsrate mache deutlich, dass eine längere Tariflaufzeit entweder höhere prozentuale Erhöhungen auch im zweiten Jahr der Laufzeit brauche oder mit einer Inflationsklausel ausgestattet werde, die bei einer Preissteigerungsrate über einen bestimmten Prozentsatz hinaus eine weitere Erhöhung der Einkommen zur Folge habe.

    Die Arbeitgeber haben in der letzten Verhandlungsrunde ein Modell vorgelegt, das das Risiko für mögliche Preissteigerungen im zweiten Jahr zu 30 Prozent auf die Beschäftigten verlagert. Gleichzeitig sollte dies daran gebunden sein, dass die Umschlagmenge um 2,3 Prozent gegenüber 2019 steigt. In der vorgestellten Halbjahresbilanz eines der größten Mitgliedsunternehmen des ZDS wird jedoch bereits jetzt davon ausgegangen, dass die Umschlagmenge auf dem Niveau des Vorjahres bleibt.

     „Die Beschäftigten können nichts dafür, dass durch die Störung der globalen Lieferketten die Produktivität sinkt und gleichzeitig steigen in vielen Containerbetrieben die Einnahmen durch Lagergelder von den Reedereien“, so Schwiegershausen-Güth. „Das sind Abstellgebühren, die von ihnen gezahlt werden müssen, weil die Schiffsanläufe immer schlechter planbar sind. Die Arbeit auf den Terminals wird nicht leichter; Container müssen auf dem Gelände mehr als üblich hin und her gefahren werden, um damit Stellplatz und dadurch auch Lagergeldeinnahmen zu gewinnen.“ Auch deshalb fordere ver.di eine Verbesserung des Angebots der Arbeitgeber für diese Betriebe sowie eine transparente und wirksame Regelung zum Ausgleich der Preissteigerungsrate.

    Pressekontakt

    Richard Rother
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