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    Laudamotion: ver.di Mitglieder fordern Beschäftigungssicherung – 86 Prozent gegen Tarifvertrag mit starken Einbußen und ohne Sicherung

    10.07.2020

    Seit einigen Wochen befindet sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) mit Laudamotion, einer Tochtergesellschaft von Ryanair, in Tarifverhandlungen zum möglichen Abschluss eines Tarifvertrages nach deutschem Arbeitsrecht. Bisher basieren die Arbeitsverträge der Laudamotion-Beschäftigten in Düsseldorf und Stuttgart auf dem österreichischen Arbeitsrecht. Die Verhandlungen mit Laudamotion wurden immer wieder von den Drohungen des Arbeitgebers begleitet, die Standorte in Deutschland zu schließen und den Flugbetrieb einzustellen, wenn ver.di nicht zu den geforderten massiven Zugeständnissen bereit wäre.

    In der vergangenen Woche wurden die Verhandlungen mit Laudamotion mit der Vorlage eines aus Arbeitgebersicht endgültigen Eckpunktepapieres als Grundlage für einen späteren Tarifvertrag beendet. ver.di sollte massiven, langfristigen Vergütungseinbußen bei Kabinenbesatzungen und Piloten zustimmen. In der Kabine hätte dieses Einbußen von bis zu 20 Prozent, bei den Piloten über 30 Prozent zur Folge. Dieser Tarifvertrag würde darüber hinaus nochmals 10 bis 15 Prozent unterhalb des bestehenden Tarifniveaus von Ryanair liegen. Des Weiteren verweigert Laudamotion jegliche Arbeitsplatzsicherung- und Kündigungsschutzregelung.

    Gegen einen solchen Tarifvertrag haben sich bei einer Mitgliederbefragung 86 Prozent der ver.di-Mitglieder ausgesprochen. „Offensichtlich will Ryanair seine Tochter Laudamotion in Deutschland dazu nutzen, nach der Coronakrise über ein erneutes Tarifdumping mit Billigpreisen den Wettbewerb zu forcieren“, kritisiert ver.di-Verhandlungsführer Sven Bergelin. „Die Entscheidung der Beschäftigten zeigt jedoch deutlich, dass wir keine Tarifverträge mit Vergütungen vereinbaren, von denen die Beschäftigten nicht leben können und die zudem keinerlei Beschäftigungssicherungen enthalten.“

    Der Versuch des Unternehmens, ver.di mit der Drohung von Standortschließungen zu erpressen, sei gescheitert. Dennoch sei ver.di unverändert zu weiteren Gesprächen zur Sicherung der Standorte und Arbeitsplätze mit Laudamotion in Deutschland bereit.

     

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    Martina Sönnichsen
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