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    ver.di zieht positive Bilanz der Tarifrunde Handel – Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge bleibt drängendes Thema

    15.08.2019

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zieht eine positive Bilanz der aktuell beendeten Tarifrunde im Einzel- und Versandhandel. Mit Mecklenburg-Vorpommern hatte gestern (14. August 2019) die letzte der zehn Tarifregionen einen Abschluss erzielt. In allen Gebieten erhalten die Beschäftigten in diesem Jahr 3 Prozent und 2020 noch einmal 1,8 Prozent mehr Geld.

    „Wir blicken auf eine gute Beteiligung an Aktionen und Streiks und einen guten Abschluss. Wichtige Ziele, wie etwa die überproportionale Erhöhung der Auszubildendenvergütungen und der unteren Entgeltgruppen, haben wir erreicht. Das ist maßgeblich das Verdienst der Beschäftigten, die sich mit Mut und Entschlossenheit an den Streiks beteiligt haben“, sagte Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied.

    11.000 Beschäftigte sind im Laufe der Auseinandersetzungen ver.di neu beigetreten. Gestreikt wurde auch in zahlreichen tariflosen Unternehmen, wie etwa Kaufhof, Karstadt Sports, Amazon, dm, Smyth Toys oder Douglas. Die Streiks werden in diesen sogenannten oT-Betrieben (ohne Tarifbindung) weitergehen, um eine Tarifbindung zu erreichen.

    „Ein absolut drängendes Thema bleibt die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge im Handel. Die Arbeitgeber sind in der Pflicht, den Vernichtungswettkampf im Einzelhandel nicht rücksichtslos über die Lohnkosten und damit auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen. Auch die Politik muss das Thema mit größerer Entschiedenheit angehen, denn Tarifflucht führt im Handel zu Verwerfungen und geht zu Lasten des Sozialstaates“, forderte Nutzenberger. Sie begrüßte in diesem Zusammenhang eine Bundesratsinitiative der Länder. Diese haben in einem Entschließungsantrag vom 7. Juni 2019 die Bundesregierung dazu aufgefordert, eine Strategie zur Stärkung der tariflichen Ordnung zu erarbeiten.

    Im Einzelhandel ist die Tarifbindung seit Anfang der 2000er Jahr dramatisch gesunken, weil die Arbeitgeberverbände die Allgemeinverbindlichkeitserklärungen aufgekündigt hatten. 2017 arbeiteten im Westen gerade noch 40 Prozent der Beschäftigten tarifgebunden, im Osten sind es nur noch 29 Prozent.

    Pressekontakt

    Eva Völpel
    ver.di-Bundesvorstand
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