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    Neue ver.di-Bundeskommission will soziale Sicherung verbessern

    Neue ver.di-Bundeskommission will soziale Sicherung verbessern

    26.07.2001

    Für eine bessere soziale Sicherung von Selbständigen und Freiberuflern möchte die zuständige Kommission der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di eintreten. Die neu konstituierte Bundeskommission wählte den Kölner Fernsehjournalisten Ulli Schauen zu ihrem Vorsitzenden.

    Die Lage von Freien im Organisationsbereich der Gewerkschaft ist von großer Unsicherheit über die Sozialversicherung geprägt. Die Betroffenen wissen beim Thema Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung häufig nicht, woran sie sind. Unternehmen verlagern immer mehr Aufgaben auf freie Mitarbeiter und Selbständige, und die Sozialversicherungsträger schieben diese von einer Zuständigkeit in die andere - häufig stehen sie ohne bezahlbare Versicherung da.

    Ulli Schauen, Vorsitzender der neu errichteten ver.di-Bundeskommission Freie und Selbständige (BKFS): "Die Künstlersozialkasse weist Publizisten und Künstler ab, wann immer sie einen Grund dafür findet. Chaos und Konzeptlosigkeit herrschen bei den anderen gesetzlichen Versicherungsarten von Freien. Sie fallen häufig in eine Versicherungslücke oder leisten Zahlungen ohne Gegenleistung."

    Die ver.di-Kommission hat sich deshalb vorgenommen, ein Konzept zur Sozialversicherung auszuarbeiten, das alle Formen von Beschäftigung einbezieht. Gedacht ist an das Vorbild der Nachbarländer Österreich und Schweiz, wo zum Beispiel jede Art von Einkommen zur Finanzierung der gesetzlichen Sozialversicherung herangezogen wird.

    Die BKFS engagiert sich darüber hinaus für eine zügige Verabschiedung eines neuen Urhebergesetzes, das die Stellung der Künstler, Publizisten und anderen Urheber gegenüber den Verwertern ihrer Leistungen stärkt. Außerdem fordert die Kommission ein Künstlergemeinschaftsrecht. Es soll die lebenden Urheber an den Gewinnen beteiligen, die mit der Nutzung von Werken längst verstorbener Urheber erwirtschaftet werden.

    Auf ihrer Sitzung am 23./24. Juli 2001 in Stuttgart wählte die Bundeskommission den Kölner Fernsehjournalisten Ulli Schauen zu ihrem Vorsitzenden. Sein Stellvertreter ist der Marburger Journalist Franz-Josef Hanke.

    Rund 50.000 Freie und Selbständige sind Mitglied von ver.di. Sie arbeiten in vielen Bereichen. Die Spanne reicht von der freiberuflichen Hebamme, dem Paket-Auslieferer und der Versicherungsagentin bis zu freien Schauspieler/innen, Schriftsteller/innen, Journalist/innen, Musiker/innen, Übersetzer/innen und bildenden Künstler/innen.

    Pressekontakt

    Harald Reutter ver.di-Bundesvorstand Potsdamer Platz 10 10785 Berlin Tel.: 030/6956-1010 bis -1017 Fax: 030/6956-3001 e-mail:pressestelle@verdi.de
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