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    20 000 Kassen-Beschäftigte ziehen negative Bilanz der Verwaltungskostendeckelung

    20 000 Kassen-Beschäftigte ziehen negative Bilanz der Verwaltungskostendeckelung

    01.02.2005
    Über 20 000 Beschäftigte der gesetzlichen Krankenkassen (GKVen) ziehen heute bundesweit eine negative Bilanz der seit dreizehn Monaten geltenden gesetzlichen Deckelung der Verwaltungskosten. Zu rund 1000 Personal- und Mitgliederversammlungen hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) aufgerufen. ver.di warnt eindringlich vor den Folgen der gesetzlichen Deckelung der Verwaltungskosten. Diese machen etwa fünf Prozent der Gesamtausgaben der Kassen aus, umfassen sowohl Sachausgaben wie Mieten und EDV-Systeme als auch Personalkosten. Bereits jetzt sei absehbar, dass der Service der Kassen unter der Deckelung leide, während durch das Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) und Hartz IV der Bedarf an qualifizierter Beratung eher gestiegen sei. „Es ist fraglich, wie lange die Beschäftigten angesichts der angespannten Finanzsituation noch ihren gesetzlichen Aufträgen nachkommen können“, sagte Isolde Kunkel-Weber vom ver.di-Bundesvorstand. Bereits im vergangenen Jahr seien über 4500 Arbeitsplätze bei den Kassen abgebaut worden. ver.di sähe sich darüber hinaus zunehmend mit der Kündigung von Tarifverträgen über die Zahlung von Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Forderungen nach Arbeitszeitverlängerung und drohenden betriebsbedingten Kündigungen konfrontiert. Weiter verschärfen würde sich die Situation, wenn die Kassen jetzt die dringend notwendigen Investitionen in die Modernisierung ihrer EDV-Systeme tätigen: „Eine zeitgemäße Datenverarbeitung müssen die Beschäftigten dann aus ihrer Tasche zahlen“, stellte Kunkel-Weber fest und forderte die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) auf, zumindest die EDV-Ausgaben von der Verwaltungskostendeckelung auszunehmen, um damit Luft für tarifpolitische Spielräume zu schaffen: „Die Kassenbeschäftigten stellen täglich ihr Wissen und ihr Engagement im Interesse der Versicherten und der Patienten unter Beweis. Sie brauchen eine Perspektive für ihren Arbeitsplatz und eine angemessene Einkommensentwicklung“, machte Kunkel-Weber deutlich

    Pressekontakt

    Harald Reutter ver.di-Bundesvorstand Potsdamer Platz 10 10785 Berlin Tel.: 030/6956-1010 bis -1017 Fax: 030/6956-3001 e-mail:pressestelle@verdi.de
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