ver.di fordert Schutz von Frauen gegen Gewalt und sexualisierte Übergriffe in der Arbeitswelt – Es geht um Respekt und Wertschätzung

    Pressemitteilung vom 24.11.2022

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert, dass Frauen insgesamt gegen Gewalt und sexualisierte Übergriffe in der Arbeitswelt geschützt werden müssen. Dazu hat der Frauenvorstand im ver.di-Bundesfachbereich Handel konkret die Initiative „Gemeinsam stark – Gegen Gewalt im Handel“ gestartet. „Frauen, die im Handel arbeiten, sind zunehmend Belästigungen ausgesetzt. Die Kolleginnen beschreiben, dass es in der Pandemie schlimmer geworden sei, ob in der Schlange an der Kasse oder auch wenn zu wenig Personal zur Beratung zur Verfügung steht. Sie erleben tagtäglich Beleidigungen und Pöbeleien. Damit muss Schluss sein“, so Stefanie Nutzenberger, zuständig für den Handel, Frauen und Gleichstellung im ver.di-Bundesvorstand.

    Mit der Initiative „Gemeinsam stark – Gegen Gewalt im Handel“ will ver.di zunächst zu einer besseren Datenlage beitragen. Dazu wurde 2022 ein gemeinsames Forschungsprojekt mit der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) gestartet, bei dem Beschäftigte im Handel erstmalig über Belästigungen und Übergriffe am Arbeitsplatz befragt werden. Die Ergebnisse werden zu Beginn des nächsten Jahres vorliegen. „Entscheidend ist, dass dann notwendige Maßnahmen im Betrieb entwickelt werden. Es darf nicht alleine in der Hand einzelner Kolleginnen oder Betriebsräten liegen, sich zu wehren, sondern Unternehmen und Führungskräfte sind hier in der Verantwortung. Es geht um Respekt, Wertschätzung und Anerkennung der Beschäftigten im Handel“, so Nutzenberger an die Beschäftigten.

    ver.di will zudem auch die Politik zum Handeln bewegen. „Um die Arbeitssituation von Frauen insgesamt zu verbessern, fordern wir die Bundesregierung auf, die Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zur Beseitigung sexueller Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz endlich zu ratifizieren und umzusetzen. Frauen müssen im Erwerbsleben vor sexualisierter und jeglicher anderen Form von Gewalt in Deutschland sicher sein“, fordert Nutzenberger.

    Neben häuslicher Gewalt ist sexualisierte und digitale Gewalt am Arbeitsplatz besonders folgenschwer. Darum müsse es mehr niederschwellige Unterstützungs- und Hilfsangebote geben, sowie umfangreichere Handlungsspielräume für Interessenvertretungen in den Betrieben, sagt die Gewerkschafterin. „Aufgabe der Arbeitgeber ist es, betroffene Kolleginnen zu schützen und die Täterschaft konsequent zu verfolgen“, so Nutzenberger anlässlich des Tages gegen Gewalt an Frauen.

     

    Pressekontakt

    Daniela Milutin
    ver.di-Bundesvorstand
    Paula-Thiede-Ufer 10
    10179 Berlin
    Tel.: 030/6956-1011 bzw. -1012
    E-Mail: pressestelle@verdi.de 

     

    Schlagwörter

    Presseausweis

    Besorgen Sie sich hier Ihren Presseausweis

    Ansprechpartner Antragsformular