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    ver.di: Niedriglöhne weiter auf dem Vormarsch – Kampf gegen Altersarmut …

    ver.di: Niedriglöhne weiter auf dem Vormarsch – Kampf gegen Altersarmut muss bei Löhnen und Arbeitsbedingungen ansetzen

    10.09.2012

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) warnt angesichts der aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zu Niedriglöhnen vor einer weiteren Spaltung am Arbeitsmarkt. „Es ist skandalös, dass sich in einem reichen Land wie der Bundesrepublik Niedriglöhne immer weiter ausbreiten“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis. „Wir brauchen dringend einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro und eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt, die Schluss macht mit erzwungener Teilzeitarbeit und Minijobs und die befristete Beschäftigung sowie Leiharbeit drastisch zurückdrängt“, betonte Kocsis.

    Nach der jüngsten Erhebung des Statistischen Bundesamtes arbeitet inzwischen jede und jeder fünfte Beschäftigte zu Niedriglöhnen. Bei sogenannter atypischer Beschäftigung, also Befristungen, Teilzeit, Leiharbeit und Minijobs, wird fast jeder zweite Job niedrig entlohnt. Vor allem bei nicht tarifgebundenen Arbeitgebern prägen Niedriglöhne fast ein Drittel aller Arbeitsverhältnisse. „Angesichts dieser Zahlen ist es offensichtlich, dass der Kampf gegen Altersarmut nicht erst im Rentenalter, sondern direkt bei den Arbeitsverhältnissen ansetzen muss – und zwar von Anfang an“, forderte Kocsis. „Nur sichere und gerecht entlohnte Arbeit bietet Beschäftigten die Möglichkeit, für das Alter vorzusorgen. Insofern sind die aktuellen Vorschläge von Bundesarbeitsministerin von der Leyen zur Zuschussrente oder der SPD zur Solidarrente unzureichend, weil sie letztlich die Ursachen für Altersarmut nicht beseitigen und sogar ein völlig indiskutables Niedrigst-Rentenniveau festschreiben.“ Wer den Kampf gegen Altersarmut wirklich ernst meine, müsse sich an wirksamen Maßnahmen gegen Niedriglöhne und unsichere Beschäftigung messen lassen