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    Schriftstellerverband warnt vor Abschaffung der Buchpreisbindung - Leipprant: „Fatale Tendenzen in Richtung einer Monopolisierung“

    30.05.2018

    Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in ver.di hat vor einer Abschaffung der Buchpreisbindung gewarnt. Die Monopolkommission als Beratungsgremium der Bundesregierung habe sich mit einer entsprechenden Forderung „auf den Holzweg“ begeben. Der VS appelliert an die Bundesregierung, an der Buchpreisbindung festzuhalten, wie es im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist.

    Es sei richtig, dass sich, wie die Kommission feststellt, das „Marktumfeld ändert“. Von einem „unverfälschten Wettbewerb“ könne schon lange keine Rede mehr sein. „Immer stärker treten fatale Tendenzen in Richtung einer Monopolisierung des Buchmarkts hervor, die den Literaturbetrieb in seiner jetzigen Form in Frage stellen und die Monopolkommission schon längst hätten auf den Plan rufen müssen“, erklärte die VS-Vorsitzende Eva Leipprand. „Internationale Internetkonzerne nehmen unzulässigen Einfluss auf unsere gesellschaftlichen Narrative. Wenn die Kreativität nur noch Teil eines herrschenden Geschäftsmodells ist, verliert sie ihre Kraft als Zukunftsressource.“

    Literarische Texte würden vom Staat geschützt, weil die Gesellschaft eine Vielfalt an Narrativen brauche. Sie hielten die kulturelle Evolution in Gang, indem sie überkommene Mythen und Symbole hinterfragen und neue schaffen. Die 2005 verabschiedete „UNESCO-Konvention über den Schutz und die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ definiere das Schutzziel Kulturgut sehr klar und völkerrechtlich bindend. Sie schreibt den Doppelcharakter von Kulturgütern fest und sieht in der Vielfalt der Kulturen eine unverzichtbare Ressource für die Zukunft der Menschheit. „Der Staat hat somit das Recht und die Pflicht, mit einem Mittel wie der Buchpreisbindung in den Kulturmarkt einzugreifen, um die freie Weiterentwicklung der Gesellschaft zu sichern“, betonte die Vorsitzende des Schriftstellerverbandes.

    Aus gutem Grund sei deshalb im Jahr 2016 die Buchpreisbindung auch auf E-Books ausgedehnt worden, um eine Unterhöhlung des Buchmarktes durch Konzerne außerhalb Deutschlands zu unterbinden.

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    Günter Isemeyer
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