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    ver.di ruft im Tarifkonflikt im privaten Versicherungsgewerbe zu Streiks auf

    29.03.2022

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft Innendienstangestellte des privaten Versicherungsgewerbes vom 30. März 2022 bis 1. April 2022 in vielen Versicherungsstandorten zum Streik auf.
    Die Aktionen starten mit einem Streik in Wiesbaden am 30. März 2022; es folgen Streiks in Hamburg, Berlin, Leipzig, Hannover, Bremen, Stuttgart, Karlsruhe München und Nürnberg und im Saarland am 31. März; am 1. April werden die Beschäftigten in NRW, Mannheim und im Provinzialkonzern zu Streiks aufgerufen.

    Da die meisten Beschäftigten in der Versicherungsbranche noch im Home-Office arbeiten, wird eine Mehrheit der Beschäftigten in den Online-Streik treten. In Berlin, Hamburg und Hannover finden am 31. März Streikkundgebungen statt. Am 1. April 2022 wird eine Streikversammlung mit Delegationen aus den Streikbetrieben vor der Provinzial in Düsseldorf durchgeführt. Mit den Aktionen soll der Druck auf den Arbeitgeberverband für das private Versicherungsgewerbe vor der dritten Verhandlungsrunde am 1. April 2022 erhöht werden.

    „Die Versicherungsunternehmen haben 2021 hervorragende Geschäftsergebnisse erzielt. Die Branche ist – auch aufgrund des Engagements der Beschäftigten – hervorragend durch die Pandemie gekommen. Die Beschäftigten erwarten am Freitag ein Angebot der Arbeitgeberseite, das der hohen Inflation bei gleichzeitig hohen Gewinnen der Branche Rechnung trägt“, betont ver.di-Verhandlungsführerin Martina Grundler.

    ver.di begründet den Streikaufruf mit dem aus Gewerkschaftssicht nicht verhandlungsfähigen Angebot der Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde. „Zwei Einmalzahlungen von 450 Euro jeweils im April 2022 und April 2023 und eine Gehaltssteigerung zum 1. November 2022 von 2,5 Prozent, bei einer Laufzeit des Tarifvertrages bis zum 31. Januar 2023 ist angesichts einer Inflation von über 5 Prozent nicht ausreichend, um die realen Einkommen der Versicherungsangestellten zu sichern, noch entspricht es der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Branche“, so Grundler.

    ver.di war im Januar mit der Forderung nach fünf Prozent und einer Einmalzahlung von 600 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten in die Verhandlungen gegangen. Daneben fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Auszubildendenvergütung um 60 Euro, ein Recht auf Homeoffice, ein Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit und Überstundenzuschläge für Teilzeitkräfte. Darüber hinaus sollen die Tarifvereinbarungen zur Übernahme von Auszubildenden und der Qualifizierungstarifvertrag verlängert werden, beide laufen in den nächsten Monaten aus.
    Die dritte Verhandlungsrunde findet am 1. April 2022 ab 14 Uhr im Haus der Provinzial Rheinland Versicherung AG, Provinzialplatz 1 in Düsseldorf statt.

     

    Pressekontakt

    Martina Sönnichsen
    ver.di-Bundesvorstand
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