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    Angebot von Online-Casinos in den richtigen Händen

    Angebot von Online-Casinos in den richtigen Händen

    20.03.2019

    Am 21. März 2019 wird die Glückspielregulierung bei der Landeskonferenz der Ministerpräsidenten Kernthema sein. Der Bundesarbeitskreis Glücksspiel in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) sieht schon seit Jahren dringenden Handlungsbedarf in diesem Sektor und erwartet eine landesübergreifende einheitliche Regelung für alle Glückspielanbieter, insbesondere einen Arbeitsplatzschutz für die Beschäftigten der Spielbanken, Spielhallen etc. Schließlich soll der Glückspielstaatsvertrag das illegale Glückspiel bekämpfen und nicht wie im Augenblick fördern.
    Das Ungleichgewicht im bundesweit regulierten Glückspielmarkt konnten insbesondere die illegalen Online-Glückspielanbieter ausnutzen. Das reguläre Verbot wird durch Grauzonen, wie Serverstandorte im Ausland, ausgehebelt. Sie werben schon mittags bei Musiksendern oder zur Primetime für ihre Zielgruppen. Diese Zielgruppen sind insbesondere Minderjährige, die sich über ihr Smartphone direkt Apps herunterladen und mit einem Startguthaben das illegal angebotene Glückspiel unter anderem in Schulpausen nutzen. Eine Altersüberprüfung oder ein Abgleich mit der bundesweiten Sperrdatei findet nicht statt, da der „Geprüfte“ nicht unbedingt der Spieler ist. Mittlerweile werden Zahlungsdienstanbieter aufgrund von verbotenen Transaktionen für illegales Glückspiel vor Gericht vorgeführt.

    Die Vorgaben des Glückspielstaatsvertrages und die darauffolgenden zwei Änderungsverträge erhöhten nur das Gesetzeschaos im Glückspielsektor. So wurden für Spielbanken sofortige Werbeeinschränkungen eingeführt. Andere Anbieter können ihr Produkt in Samstagabend-Shows als Hauptsponsor zeigen. Die Details der Verbote und Einschränkungen ist Ländersache und so folgen die einzelnen Länder keiner bundesweiten einheitlichen Vorgabe. Was in Schleswig-Holstein erlaubt ist, ist noch lange nicht in Niedersachsen gestattet.

    Die Fachministerien konzentrierten sich zuerst nur auf die konzessionierten Spielbanken. Doch für das, was in der Nachbarschaft angeboten wird, fehlten die Interessen und Zuständigkeiten. So nahmen die Einschränkungen überhand und der Konzessionär konnte nur durch Abgabensenkungen der Länder die Spielbanken am Leben erhalten. Wenn sich diese Landeseinnahmen nicht mehr rechnen, kann es zu Privatisierungen kommen, wie in den vier Westdeutschen Spielbanken in Nordrhein-Westfalen. Für die Standort- und Beschäftigungssicherung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Nordrhein-Westfalen laufen zurzeit Verhandlungen mit ver.di. Eine gesetzlich zu hohe Abschöpfung der Gewinne und ein Ungleichgewicht im Glückspielstaatsvertrag kosten Arbeitsplätze.   
    Mittlerweile trifft es nun das gewerbliche Glückspiel. Durch die Abstandsregelungen der Spielhallen, mussten mehrere Spielhallen schließen. Hierdurch wurden geradezu willkürlich Arbeitsplätze vernichtet. In Niedersachsen sollte per Losverfahren entschieden werden, ob jemand seinen Job verliert.

    Nachdem die Einführung, der am 11. November 2018 Technischen Richtlinie 5.0 der neuen Glückspielverordnung, dem gewerblichen Spiel einen weiteren Dolchstoß zuführte, ist nun im Bundesgebiet das Illegale Online-Glückspiel für alle Anbieter ein Thema.

    Der Bundesarbeitskreis der Spielbanken steht dem Onlinespiel grundsätzlich kritisch gegenüber. Ein Online-Glückspiel gehört in regulierte Hände und der Bundesarbeitskreis kann sich nur unter folgenden „Bedingungen“ das Onlinespiel im Bundesgebiet vorstellen:

    - Der bisherige Konzessionsinhaber betreibt das Onlinegeschäft.
    - Keine Zulassung von Tochtergesellschaften als Anbieter.
    - Spielerträge des Online-Spiels gehören zum Gesamtergebnis des Konzessionärs.
    - Einschränkung durch Öffnungszeiten des Onlinegeschäftes.
    - Regionalisierung/ Lokalisierung auf die „eigene Spielbank“ mit Onlinezugriff auf das Livespiel.
    - Registrierung durch persönliches Erscheinen beim Anbieter.
    - Sicherstellung der Geschäftsfähigkeit des Nutzers.
    - Sicherstellung der Identität bei Glücksspiel z.B. mit USB Dongle als Identifikationsmittel.
    - Suchtprävention durch Live Chats des Anbieters bzw. Beendigung des Login des Nutzers.
    - Guthaben können nur direkt beim Anbieter erworben werden. Keine Nutzung von Google Play, Kreditkarte oder Online Bezahl Anbietern.
    - Ein bundesweites Werbeverbot für illegal angebotenes Glückspiel.

    Pressekontakt

    Martina Sönnichsen
    ver.di-Bundesvorstand
    Paula-Thiede-Ufer 10
    10179 Berlin
    Tel.: 030/6956-1011 bzw. -1012
    Fax: 030/6956-3001
    E-Mail: pressestelle@verdi.de
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