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    Maskenpflicht: Immer wieder Übergriffe auf Busfahrer – ver.di fordert Sicherheitspersonal

    03.09.2020

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert zur Durchsetzung der Maskenpflicht im öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) zusätzliches Sicherheitspersonal. Seit Wochen werde immer wieder über Fälle von Missachtung der Regeln zur Mund-Nase-Bedeckung im ÖPNV berichtet. Zugleich sei offen, wer die Maskenpflicht im ÖPNV durchsetzen soll. Es bestehe die große Sorge, dass dies auf das Fahrpersonal abgewälzt werden könnte. „Wir beobachten ein hohes Aggressionspotential bei einigen Maskenverweigerern und fürchten zunehmend um die Gesundheit der Beschäftigten im ÖPNV“, betonte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. „Für die Durchsetzung der Maskenpflicht muss qualifiziertes Sicherheitspersonal eingesetzt werden. Auch Polizei und Ordnungsämter müssen hier tätig werden und für die Sicherheit der Beschäftigten und der Fahrgäste sorgen“, stellte Behle klar.

    Das Fahrpersonal von Bussen und Bahnen sei nicht für den Umgang mit aggressiven Maskenverweigerern ausgebildet, sagte Behle weiter. Es handele sich bei der Durchsetzung der Maskenpflicht um eine zusätzliche Aufgabe, die neben dem Steuern der Fahrzeuge nicht erledigt werden kann, ohne die Fahrt zu unterbrechen. Zudem seien die Beschäftigten an ihrem Platz hinter dem Lenkrad potentiellen Angreifern weitgehend schutzlos ausgeliefert.

    Die Fälle, in denen Ermahnungen zur Durchsetzung der Maskenpflicht zu gewalttätigen Reaktionen führen, nehmen zu. So wurde ein Busfahrer in Sailauf (Unterfranken) mit der Faust ins Gesicht geschlagen, ein Busfahrer in Oldenburg erlitt nach Tritten und Schlägen an den Kopf ein Schädel-Hirn-Trauma. Auf eine Busfahrerin in Darmstadt wurde nach ihrem Hinweis auf die Maskenpflicht eingeschlagen, sie musste aufgrund der Verletzungen die Arbeit einstellen. „Die Fälle sind alarmierend. Es darf unter keinen Umständen so weit kommen, dass - wie im Juli in Frankreich - ein Busfahrer getötet wird“, sagte Behle. Dort war Anfang Juli ein Busfahrer in Folge eines brutalen Übergriffs gestorben. Er hatte auf der Einhaltung der Maskenpflicht bestanden.

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    Jan Jurczyk
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