Pressemitteilungen

    Weltweites Netzwerk erfolgreich: Orangensaft-Produzent will Arbeitsbedingungen …

    Weltweites Netzwerk erfolgreich: Orangensaft-Produzent will Arbeitsbedingungen gemeinsam mit Gewerkschaft verbessern

    27.09.2018

    Erstmals hat die Gewerkschaft der Landarbeiter in Brasilien ein Pilotabkommen über die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen mit einem der drei größten Orangensaftproduzenten vereinbart. Im Oktober soll auf einer Plantage der Louis Dreyfus Company von Gewerkschaftsvertretern ein sogenanntes Mapping zur Feststellung von Gefahren für die Ge-sundheit und Sicherheit auf den Plantagen durchgeführt werden. Dabei haben die Gewerkschaftsvertreterinnen und –vertreter erstmals freien Zugang zu den Beschäftigten. Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen in dem Unternehmen zu verbessern. Initiiert wurde das Abkommen durch das internationale Orangensaftnetzwerk, dem in Deutschland die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und aktive Betriebsräte aus dem Le-bensmittel-Einzelhandel angehören. Koordiniert wird der Zusammenschluss durch das Gewerkschaftsnetzwerk tie global. 80 Prozent des weltweit gehandelten Orangensafts aus Konzentrat stammt aus Brasilien. Deutschland ist der zweitgrößte Nachfragemarkt weltweit.

    In Deutschland begrüßten die REWE-Gruppe und Kaufland als große Orangensaftabnehmer das Abkommen. „Die Einbeziehung der Beschäf-tigten bei der Entwicklung gemeinsamer Lösungen zwischen Gewerk-schaften und Unternehmen ist ein wichtiger Schritt für nachhaltige Arbeitsbedingungen auf den Plantagen“, erklärte Dr. Daniela Büchel, Bereichsvorstand Personal und Nachhaltigkeit der REWE-Gruppe. Lavinia Kochanski, Leiterin CSR International bei Kaufland sagte: „Wir unterstützen diese Initiative, da konkrete Maßnahmen ergriffen werden, die den Arbeitern auf den Orangen-Plantagen wichtig sind. Aus unserer Sicht sind die ‚Mappings‘ ein wesentlicher Schritt um die Situation der Arbeiter zu verbessern.“ REWE und Kaufland hatten die Initiative des Orangensaftnetzwerks immer wieder unterstützt. ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger nannte das Abkommen „bahnbrechend, auch wenn noch viele weitere Schritte notwendig sind, um gesunde Arbeitsbedingungen, existenzsichernde Löhne und Gewerkschaftsrechte im brasilianischen Orangensaftsektor durchzusetzen.“

    Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme sollen am 31. Oktober 2018 vor-gestellt und Verbesserungen zwischen Unternehmen und Gewerkschaf-ten diskutiert werden. Dabei wollen Unternehmen und Gewerkschaften die Ausweitung der Untersuchungen auf weitere Plantagen, Industriebetriebe der Konzentratherstellung und auf die Zuliefererkette der Louis Dreyfus Company vereinbaren.

    Für Jesus Donizente, Präsident der Landarbeitergewerkschaft von Piratininga, ist das Abkommen wegweisend: „Das Pilotprojekt beinhaltet, dass das Unternehmen die Arbeiterinnen und Arbeiter während der Arbeitszeit freistellt, damit wir als Gewerkschaft das Mapping durchführen können. Und auch der freie Zugang zu den Beschäftigten war bisher undenkbar.“

    Die Koordinatorin des Orangensaftnetzwerks in Brasilien, Mara Lira, bedauert, dass sich andere große Hersteller wie Citrosuco und Cutrale weiterhin gegen eine Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften sperren: „Das Unternehmen Louis Dreyfus zeigt, dass es bereit ist für einen offenen und ehrlichen Dialog. Unser Ziel ist, ein Abkommen mit allen großen Produzenten für einen Dialog und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.“


    Hinweis für die Redaktion:
    Eine Delegation des Orangensaftnetzwerkes befindet sich am 1. Oktober 2018 in Berlin und ist gerne zu Gesprächen und für O-Töne bereit.
    Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind Mara Lira, Koordinatorin Orangensaftnetzwerk, tie Brasilien; Marcio Bortolucci, Sindicato dos Empregados Assalariados Rurais de Piratininga; Sandra Trilikovski, Sindicato dos Empregados Assalariados Rurais de Botucatu; Jlune Dias dos Santos, Presidente FERAESP und Heiner Koehnen, tie global.
    Bitte kontaktieren Sie bei Bedarf die ver.di-Pressestelle unter 030.69 56-1011/12

    Pressekontakt

    Günter Isemeyer
    ver.di-Bundesvorstand
    Paula-Thiede-Ufer 10
    10179 Berlin
    Tel.: 030/6956-1011 bzw. -1012
    Fax: 030/6956-3001
    E-Mail: pressestelle@verdi.de

    alle Ansprechpartner der Bundespressestelle