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    Urheberrecht: ver.di will mehr Transparenz und Verbesserung der Vergütungen bei Verwertung von ARD, ZDF, Deutschlandfunk und privaten Medien

    28.10.2020

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat den Intendanten von ARD, ZDF und Deutschlandradio sowie dem Verband Privater Medien e.V. (VAUNET) die Verbreitung von unsachlichen und irreführenden Behauptungen vorgeworfen. „Bei der Umsetzung der EU-Richtlinien zum Urheberrecht in nationales Recht versuchen sie, zu Lasten der Urheberinnen und Urheber wirksame Vergütungsverbesserungen bei der online-Verwertung zu verhindern“, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz. ver.di ist der mitgliederstärkste Zusammenschluss von Urheberinnen und Urheber sowie ausübenden Künstlerinnen und Künstler in Deutschland, und damit auch der professionell Medienschaffenden in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.

    „Die derzeitigen Zuschläge bei öffentlich-rechtlichen Sendern auf die Vergütungen bei der Verwertung in eigenen Abruf- und Onlinediensten stammen aus dem Jahr 2003 und sind durch die technischen Möglichkeiten der Mehrfachverwertung materiell völlig überholt“, argumentiert die Gewerkschaft. Das Hochladen auf Videoplattformen wie youtube und den Verkauf von Beiträgen sowie Lizensierungen an in- und ausländische Medien könnten die betroffenen Medienschaffenden nicht überprüfen. Preise und Erlöse der von den Sendern verkauften Lizenzen würden nicht offengelegt.

    Schmitz: „Zeitgemäße Anpassungen der Online-Zuschläge haben ARD, ZDF, Deutschlandradio bis heute verweigert, aber zeitgleich trimediale Medienkonzepte, Social-Media-Kanäle, mobile Mediennutzungen und Mediatheken entwickelt und aufgebaut. Zusätzlich sind Kooperationen mit kommerziellen Online-Diensten vereinbart. Urheberinnen und Urhebern werden nur bruchteilhafte Informationen über diese Verwertungen ihres geistigen Eigentums erhalten“. Die Werknutzung, Erträge und Vorteile seien intransparent und könnten nicht streitfrei überprüft werden.

    „Was wir in Deutschland dringend brauchen, sind Verbesserungen bezogen auf Transparenz und Durchsetzbarkeit der Rechte von Urheberinnen und Urhebern, Interpretinnen und Interpreten. Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten leben von der Kreativität der Medienschaffenden. Allein das ist Grund genug, eine zeitgemäße Honorierung ihrer Leistungen zu akzeptieren“, sagte Schmitz.

    Pressekontakt

    Günter Isemeyer
    ver.di-Bundesvorstand
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