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    Umschulung und Ausbildung für angehende Erzieherinnen muss geregelte …

    Umschulung und Ausbildung für angehende Erzieherinnen muss geregelte und bewährte Qualitätsanforderungen erfüllen – Arbeitsagenturen müssen vollständige Finanzierung sichern

    13.06.2012

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt, wenn sich engagierte Frauen und Männer für den Beruf der Erzieherin oder des Erziehers entscheiden. „Es ist gut, wenn Bundesregierung und Bundesagentur für Arbeit Bewerberinnen und Bewerber dabei unterstützen“, sagte Achim Meerkamp, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für den öffentlichen Dienst. Wenn jetzt Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen arbeitsuchende Beschäftigte von Schlecker für eine Umschulung zur Erzieherin gewinnen wolle, stehe dahinter zu einem großen Teil sicherlich auch die Befürchtung, dass die Bundesregierung ihr Versprechen, bis zum August 2013 den Rechtsanspruch auf Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren gesetzlich zu garantieren, nicht einlösen könne. Trotz vielfältiger Warnungen – auch seitens ver.di – werden nicht ausreichend Fachkräfte zur Verfügung stehen.
     
    Meerkamp betonte allerdings: „Erzieherin oder Erzieher zu sein, ist ein anspruchsvoller Beruf.“ Für eine Ausbildung an den Fachschulen gibt es in den Bundesländern geregelte Voraussetzungen, die Dauer der Fachschulausbildung ist in der Regel drei Jahre.

    Dies gelte auch für die ehemaligen Beschäftigten bei Schlecker, die sich für diesen Beruf interessieren und entscheiden. Um ihnen für eine entsprechende berufliche Neuorientierung einen guten Start zu ermöglichen, müssten die bewährten und geregelten Standards der Erzieherinnen-Ausbildung auch bei Umschulungen eingehalten werden. „Ziel muss ein vollwertiger Berufsabschluss sein. Die Finanzierung hierfür muss – auch über zwei Jahre hinaus – komplett durch die Bundesagentur für Arbeit finanziert werden“, unterstrich Meerkamp. „Die Politik muss dafür die Voraussetzungen schaffen. Wir akzeptieren keine Schmalspurausbildung, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Es ist unabdingbar, dass die Qualität der Ausbildung gewahrt bleiben muss und dass nicht über Aus- und Fortbildungsangebote pädagogische Fachkräfte rekrutiert werden, die den hohen Anforderungen in diesem Berufsfeld nicht gerecht werden.“

    ver.di fordert die Aufwertung der Arbeit in Kindertagesstätten. Bezahlung und Rahmenbedingungen, insbesondere die Personalschlüssel, müssten dieser qualifizierten und gesellschaftlich wichtigen Aufgabe entsprechen. Bildungspläne in allen Bundesländern fordern eine hohe Qualität pädagogischer Arbeit in Kindertagesstätten, diese Qualität müsse gewährleistet sein. „Eine gute Ausbildung als Start in diesen Beruf ist eine wichtige und notwendige Grundlage hierfür“, forderte Meerkamp.