Zehn Jahre Arbeitskampf bei Amazon Stefanie Nutzenberger: Es geht um Würde und Respekt

Pressemitteilung vom 12.05.2023

Vor zehn Jahren (am 14. Mai 2013) haben ver.di-Kolleginnen und -Kollegen in den Amazon-Verteilzentren Bad Hersfeld und Leipzig zum ersten Mal die Arbeit niedergelegt, um ihrer Forderung nach einem Tarifvertrag Nachdruck zu verleihen. Dazu erklärt Stefanie Nutzenberger, für den Handel zuständiges ver.di-Bundesvorstandsmitglied:

„Konzerne wie Amazon verschaffen sich Wettbewerbsvorteile auf dem Rücken der Beschäftigten und beschleunigen dadurch den Verdrängungswettbewerb im Handel massiv. ver.di fordert vom US-Konzern Amazon seit zehn Jahren die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels. Denn nur Tarifverträge schützen Beschäftigte verbindlich vor Unternehmenswillkür und sie sind ein Zeichen von Anerkennung der harten Arbeit, die Beschäftigte täglich leisten. Deshalb ist es wichtig und notwendig, nicht nachzulassen. Es geht um Würde und Respekt.

Und auch, wenn sich Amazon nach wie vor weigert, mit uns über Tarifverträge zu verhandeln, ist es unseren aktiven Kolleginnen und Kollegen doch gelungen, die Arbeitsbedingungen in vielen Bereichen zu verbessern. Die Einkommen steigen seit Jahren kontinuierlich und es gelingt immer wieder Arbeitsbedingungen in den Fulfillment-Centern zu verbessern. Dies ist ein großer Erfolg der Streikenden und es werden immer mehr Menschen, die sich für bessere Arbeitsbedingungen organisieren. Die Streikbewegung bei Amazon hat mittlerweile bundesweit zehn Versandzentren erfasst. Und heute gibt es in praktisch allen Versandzentren gewählte Betriebsräte. Das war 2013 noch kaum denkbar und ist ein weiterer Erfolg der aktiven Kolleginnen und Kollegen.

Schlechte Arbeitsbedingungen mit hohem Arbeitsdruck, steigender Leistungsverdichtung und permanenten Leistungskontrollen sind für viele Amazon- Beschäftigte an der Tagesordnung. Wir kämpfen deshalb seit Jahren für den Abschluss eines Tarifvertrages Gute und Gesunde Arbeit und wir kämpfen weiter mit den Beschäftigten für die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels. Tarifverträge schützen die Beschäftigten mit existenzsichernden Einkommen und dadurch auch vor Altersarmut. Und sie verhindern krank machende Arbeitsprozesse in einem Konzern, der die Beschäftigten durch Algorithmen und digitale Kontrolle treibt. Der Entgrenzung Schranken zu weisen, das ist in Zeiten des digitalen Umbruchs im Handel das Gebot der Stunde.“

 

Pressekontakt

Daniela Milutin
ver.di-Bundesvorstand
Paula-Thiede-Ufer 10
10179 Berlin
Tel.: 030/6956-1011 bzw. -1012
E-Mail: pressestelle@verdi.de 

 
 

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