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    Nationale Weiterbildungsstrategie: ver.di fordert ein Bundesweiter-bildungsgesetz …

    Nationale Weiterbildungsstrategie: ver.di fordert ein Bundesweiter-bildungsgesetz und ein Recht auf Weiterbildung

    08.06.2021

    Anlässlich der Vorstellung des Umsetzungsberichtes der Nationalen Weiterbildungsstrategie der Bundesregierung am heutigen Dienstag (8.6.2021) fordert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ein Bundesweiterbildungsgesetz. „Wir brauchen dringend ein Gesetz, in dem bundeseinheitliche Regelungen zur Weiterbildung getroffen werden, insbesondere zur Finanzierung, zu den Freistellungsmöglichkeiten, zu Information und Beratung, zur Qualitätssicherung sowie zu Abschlüssen und Zertifikaten“, sagte Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. So könne die Grundlage für eine echte Weiterbildungskultur geschaffen werden. Betriebliche Interessenvertretungen müssten zudem stärker einbezogen werden, wenn deutlich wird, dass langfristig Beschäftigungssicherung nur mit Qualifizierung erreicht wird.

    Notwendig sei auch, die Grundlagen zu schaffen, damit die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in der Weiterbildung verbessert werden könnten, so Bühler weiter. „Weiterbildung ist zentral für den Strukturwandel; dieser kann nicht mit Dumping-Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen gelingen. Die Vergabe öffentlicher Weiterbildungsmaßnahmen muss an Tarifbindung geknüpft werden.“

    Die OECD hatte im April in ihrem Länderbericht auf Defizite in der beruflichen Weiterbildung in Deutschland hingewiesen. Demnach liegt Deutschland bei der Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen deutlich hinter anderen OECD-Ländern zurück. Zudem ist die Teilnahme selektiv: Erwachsene mit geringen Grundkompetenzen, Geringverdienende und Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen erhalten weniger Weiterbildungsangebote und weisen daher eine besonders niedrige Teilnahmequote auf. Bühler: „Gute Weiterbildungsangebote für alle Beschäftigten sind gerade in Zeiten gravierender Umbrüche dringend geboten. Weiterbildung ist ein wichtiger Schlüssel, um den Strukturwandel sozialverträglich zu gestalten, und es müssen vor allem die Gruppen erreicht werden, die bisher wenig von Weiterbildung profitieren.“

    Pressekontakt

    Richard Rother
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