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    Bertelsmann: Konflikt bei Prinovis weitet sich aus – Solidaritätsstreik …

    Bertelsmann: Konflikt bei Prinovis weitet sich aus – Solidaritätsstreik im Norden

    19.08.2011

    Der seit Montag andauernde dritte Warnstreik von Teilen der Belegschaft der Bertelsmann-Tiefdruckerei Prinovis in Nürnberg wurde nach einer 18-stündigen Unterbrechung in der Nacht zu Freitag ab 0.00 Uhr fortgesetzt. Die streikenden Mitglieder der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kämpfen für einen Sozialtarifvertrag und die Anerkennung der Tarifverträge für die Branche. Sie wehren sich dagegen, dass die Geschäftsleitung bis zu 140 Beschäftigte kündigen und die Auswahl der Entlassungen ausschließlich bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vornehmen will, die zuvor das sogenannte „Bündnis 2“ mit Einschnitten bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie unbezahlter Mehrarbeit pro Woche nicht unterschrieben haben. Dies wäre eine gesetzeswidrige Umgehung des Kündigungsschutzgesetzes und der gesetzlich vorgeschriebenen Sozialauswahl.

    Unterstützung bekommen die Nürnberger Streikenden am heutigen Freitag aus Itzehoe. Im dortigen Schwesterbetrieb von Prinovis traten die Kollegen der Frühschicht um 12 Uhr in einen zweistündigen Solidaritätsstreik. In der dort vorgetragenen Solidaritätserklärung heißt es: „Der Keil in Eurer Belegschaft trifft uns wie ein Dolchstoß mitten ins Herz.“ Vor allem das gegenseitige Ausspielen der Belegschaften gegeneinander durch Bertelsmann und die Spaltung der einzelnen Belegschaften müsse ein Ende finden. Frank Werneke, stellvertretender ver.di-Vorsitzender, begrüßte die Solidaritätsaktion in Itzehoe: „Es ist gut und wichtig, dass Prinovis in Itzehoe ein Zeichen setzt. Die Nord-Standorte von Prinovis haben bewiesen, dass es auch mit ver.di Lösungsmöglichkeiten gibt, und nur, wenn die Belegschaften des Konzerns zu einer gemeinsamen Linie finden, ist das ‚gegeneinander Ausspielen‘ zu stoppen.“

    Zu einem Eklat kam es am Donnerstag bei Prinovis in Nürnberg, als die Kollegen der Frühschicht – nach Unterbrechung des Streiks – ihre Arbeit wieder aufnehmen wollten. Diese Arbeitsaufnahme wurde ihnen zum wiederholten Male durch die Schichtleiter rechtswidrig verweigert. Sie wurden nach Hause geschickt. „Wir werden nicht hinnehmen, dass Bertelsmann den Betrieb in Nürnberg zu einem rechtsfreien Raum macht, in dem Beschäftigte schikaniert werden. Die Konzernspitze muss diesem Treiben ein Ende setzen“, erklärte Werneke.