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    Zeitfracht-Airline LGW drohen neue Streiks - Geschäftsführung hintergeht Flugbegleiter und schließt mit UFO Fake-Tarifvertrag ab

    18.06.2019

    Die Airline LGW (Luftfahrtgesellschaft Walter) steht unmittelbar vor neuen Streiks des Kabinenpersonals. In der vergangenen Woche hat die Geschäftsführung der Airline eine Tarifeinigung mit der UFO e.V. unterzeichnet und zeitgleich alle Verhandlungstermine mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) abgelehnt. ver.di bezeichnet den Abschluss als Fake-Tarifvertrag: „Die UFO e.V. ist nicht durchsetzungsfähig in der Airline und der Tarifvertrag bringt für große Teile der Belegschaft Verschlechterungen mit sich,“ kritisiert ver.di-Verhandlungsführer Volker Nüsse den Abschluss. Das Vorgehen von UFO und LGW-Geschäftsführung sei skandalös.

    Es habe offensichtlich keine ernsthaften Verhandlungen gegeben, UFO habe keine gewählte Tarifkommission und scheine ohne Durchsetzungskraft in der Kabine zu sein. „Die UFO instrumentalisiert nach Korruptionsvorwürfen und internen Machtkämpfen die Flugbegleiter der LGW, um noch einen Rest-Anschein als Gewerkschaft zu wahren.“ Einen Gewerkschaftskonflikt sieht Nüsse hingegen nicht. „Die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten ist in ver.di organsiert. UFO spielt im Betrieb keine Rolle, umso skandalöser ist es, dass LGW mit der UFO einen Abschluss tätigt. Bei den Kabinenbeschäftigten herrscht große Enttäuschung über diesen Schritt der Geschäftsführung. Viele fühlen sich hintergangen. Wenn eine UFO Gefälligkeitstarifverträge an die LGW verschenkt, löst das nicht den Tarifkonflikt, sondern verschärft ihn“, so Nüsse. Bereits im November hatte ver.di in Düsseldorf erfolgreich zu einem Warnstreik aufgerufen. UFO hatte sich an dem Ausstand nicht beteiligt. Um zu einem echten Tarifvertrag zu kommen, bereitet sich die Gewerkschaft ver.di auf längere Arbeitskämpfe in den kommenden Wochen vor.

    Die Kabinenbeschäftigten fordern mit ver.di unter anderem die Erhöhung des Grundgehalts um 200 Euro und eine höhere Garantie der Blockstundenvergütung. Zudem soll ein Manteltarifvertrag erreicht und eine Personalvertretung errichtet werden. ver.di gibt dem Arbeitgeber bis zum 23. Juni 2019 Zeit, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen und auf die Terminvorschläge der Gewerkschaft einzugehen. „Nach dieser Schonfrist sind alle Optionen offen“, betont Nüsse.

    Die LGW war Teil der Air Berlin und wurde im Zuge der Insolvenz der Mutter-Airline an die Lufthansa verkauft. Seitdem fliegt die LGW im sogenannten Wetlease für die Eurowings ab Stuttgart und Düsseldorf. Daran hat sich auch nach der Übernahme der LGW durch die Berliner Zeitfrachtgruppe im vergangenen April nichts geändert.

    Pressekontakt

    Martina Sönnichsen
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