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    100 Jahre Tarifautonomie - Bsirske fordert Privilegierung tarifgebundenen …

    100 Jahre Tarifautonomie - Bsirske fordert Privilegierung tarifgebundenen Arbeitsentgeltes

    16.10.2018

    Aus Anlass des 100–jährigen Bestehens der Tarifautonomie in Deutschland hat der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Frank Bsirske beim heutigen Festakt in Berlin die überragende Bedeutung der Tarifautonomie für die Gestaltung der Wirtschafts- und Sozialordnung in der Bundesrepublik hervorgehoben und Verbesserungen angemahnt. Gerade angesichts der dramatischen Tarifflucht vieler Unternehmen sei es an der Zeit, die Tarifbindung deutlich zu stärken.

    So sprach sich Bsirske dafür aus, „einen Teil des tarifgebundenen Arbeitsentgeltes steuerfrei zu stellen und einen neuen Steuerfreibetragstatbestand vorzusehen, der etwa in der Größenordnung des drei- bis vierfachen des durchschnittlichen Gewerkschaftsbeitrages bei einem Durchschnittseinkommen liegen sollte“. Dies entspräche einer Größenordnung von 1.300 bis 1.700 Euro im Jahr für Gewerkschaftsmitglieder. „Eine solche Regelung würde es tarifgebundenen Arbeitgebern ermöglichen, vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels mit der Tatsache zu werben, dass in ihren tarifgebundenen Betrieben Arbeitnehmer am Ende mehr rauskriegen als in anderen Unternehmen, die nicht tarifgebunden sind. Insofern ginge von einer solchen Regelung auch ein Anreiz zugunsten einer Tarifbindung des Arbeitgebers aus“, so der ver.di-Vorsitzende.

    Bsirske forderte darüber hinaus, „die Vergabe öffentlicher Aufträge an tarifliche Entgeltsätze der einschlägigen Tarifverträge zu binden“. Darüber hinaus forderte er die Politik auf, die Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen zu erleichtern und für eine Nachwirkung der Tarifverträge zu sorgen, die auch neueingestellte Arbeitnehmer einschließt, soweit sie Gewerkschaftsmitglieder sind.

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