Pressemitteilungen

    Tarifflucht von Real: Notwendige Investitionen dürfen nicht von …

    Tarifflucht von Real: Notwendige Investitionen dürfen nicht von den Beschäftigten finanziert werden

    17.06.2015

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat den Ausstieg der SB-Warenhauskette Real, einer Tochter des Metro-Konzerns, aus der Tarifbindung des Einzelhandels scharf kritisiert. „Nach dem Verkauf der Kaufhof Warenhäuser plant die Metro offenbar den nächsten Schritt, den Konzern radikal umzustellen. Wenn damit das Ziel verbunden wird, mit einem harten Sanierungskurs Gehälter und Arbeitsbedingungen zu verschlechtern und die bisher geltenden Konditionen des Flächentarifvertrages abzusenken, werden wir das nicht einfach hinnehmen“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger am Mittwoch. „Wenn die Metro jetzt bei Real nach der Devise ‚einmal hin, nix mehr drin‘ eine Zwei-Klassen-Gesellschaft unter den Beschäftigten durchsetzen will, werden wir das nicht akzeptieren.“

    „Das Metro-Management will offenbar erreichen, dass die notwendigen Investitionen in die Modernisierung der Real-Märkte von den Beschäftigten finanziert werden, obwohl der Kaufhof zu einem sehr guten Preis verkauft worden ist und damit frisches Geld in die Kasse gespült wird. Damit entziehen sich die Eigentümer ihrer unternehmerischen Verantwortung. Insbesondere die Familie Haniel sollte sich darüber im Klaren sein, dass Eigentum verpflichtet“, betonte Nutzenberger.

    „Wir können die Metro nur davor warnen, Real nach dem Beispiel von Kaiser‘s/Tengelmann für einen möglichen Verkauf zulasten der Be-schäftigten aufhübschen zu wollen“, warnte Nutzenberger „Wir fordern die Metro auf, den heutigen Schritt umgehend rückgängig zu machen und in den Flächentarifvertrag zurückzukehren. Die Tarifflucht mitten in einer laufenden Tarifrunde zu Lohn und Gehalt hat das Ziel, den Real-Beschäftigten bereits die anstehende Tariferhöhung vorzuenthalten. Die Tarifflucht hat nicht nur katastrophale Auswirkungen auf die Tarifbindung im Einzelhandel, sondern leistet dem Lohndumping in der Branche weiter Vorschub und verschärft damit die Altersarmut für die Beschäftigten im Einzelhandel“, sagte Nutzenberger.