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    Skandal um Ausflaggung: MS Deutschland-Besatzung will Petition an Bundespräsident Gauck überreichen

    27.07.2012

    Im Skandal um die geplante Ausflaggung der MS Deutschland will die Besatzung anlässlich seines Besuchs an Bord Bundespräsident Joachim Gauck eine Petition überreichen und um Unterstützung des deutschen Staatsoberhaupts bitten. „Es darf nicht sein, dass Finanzinvestoren auf ihrer Jagd nach immer höherer Rendite zuerst Fördermittel abgreifen, dann Löhne und Sozialleistungen durch Ausflaggung kürzen und die deutschen Sozialversicherungssysteme unterlaufen“, sagte Karl-Heinz Biesold, Schifffahrtsexperte der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), am Freitag. Bundespräsident Gauck will die als deutscher Olympiastützpunkt in London vor Anker liegende MS Deutschland am heutigen Abend besuchen.

    „Eine unterschriftsreife Vereinbarung zur Sicherung der Interessen von Beschäftigten und Reederei liegt seit Wochen vor. Wir fordern die Eigentümer auf, endlich zu ihrer sozialen Verantwortung zu stehen und die Vereinbarung zu unterzeichnen“, sagte Biesold weiter.

    Zuvor hatte die zum Finanzdienstleister Aurelius gehörende Reederei die Auseinandersetzung um Löhne und Arbeitsbedingungen eskalieren lassen und den derzeit in Urlaub befindlichen Kapitän von Bord gewiesen. ver.di forderte die Reederei auf, sich umgehend zu entschuldigen und kündigte gleichzeitig an, die Crew und ihren Kapitän juristisch zu unterstützen. Große Teile der Besatzung sind bei ver.di organisiert. Insgesamt umfasst die Crew mehr als 250 Beschäftigte.

    ver.di habe zudem die britische Seeleute-Gewerkschaft Nautilus sowie die Internationale Transporterarbeiter-Förderation (ITF) über die Ausflaggung und die Vorgänge informiert und um Unterstützung gebeten. „Es gibt nur eine Lösung: Das Schiff bleibt unter deutscher Flagge und alle sozial- und tarifrechtlichen Fragen werden eingehalten“, betonte Biesold.

    Rückfragen an: Karl-Heinz Biesold 0177/3889636

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    Jan Jurczyk
    ver.di-Bundesvorstand
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