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    Konferenz von Beschäftigtenvertreter/innen der AWO fordert: 100 Jahre AWO – 100 Prozent Tarif

    13.03.2019

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in ihrem Jubiläumsjahr auf, wieder für alle ihre rund 230.000 Beschäftigten Tarifverträge anzuwenden. „100 Jahre AWO – das ist ein Grund zum Feiern und ein guter Anlass, die eigenen Leitsätze auch im Umgang mit den Beschäftigten zu erfüllen“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler am Mittwoch bei einer Tarifkonferenz der Gewerkschaft in Leipzig. Die 70 Beschäftigtenvertreter/innen aus AWO-Einrichtungen des ganzen Bundesgebiets bringen in einer Resolution ihre Forderung auf den Punkt: 100 Jahre AWO – 100 Prozent Tarif.

    Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz verlangen, die zwingende Tarifbindung wieder in der AWO-Satzung zu verankern. Künftig sollten nur noch Einrichtungen das AWO-Logo verwenden dürfen, für die ein ver.di-Tarifvertrag gelte. Ziel müsse perspektivisch wieder ein bundesweiter Tarifvertrag für alle AWO-Einrichtungen und -Töchter mindestens auf dem Niveau des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) sein. Zudem müsse jeder AWO-Arbeitgeber gute und gesunde Arbeitsbedingungen sicherstellen.

    „Die Grundgedanken der AWO sind Solidarität und Gerechtigkeit. Diese Werte müssen auch den Alltag der professionellen Helferinnen und Helfer in den Einrichtungen bestimmen“, betonte Bühler. Seit der Verband den Bundestarifvertrag 2006 kündigte, sei ein Flickenteppich mit unterschiedlichen Lohnniveaus und Arbeitsbedingungen entstanden. „Wenn sich die Wohlfahrtsverbände auf einen Kostensenkungswettlauf mit kommerziellen Anbietern einlassen, schadet das am Ende den Beschäftigten und den hilfebedürftigen Menschen.“ Positiv sei aktuell das große Bemühen der AWO, einen flächendeckenden Tarifvertrag in der Altenpflege auf den Weg zu bringen.

    „Gemeinsam mit der AWO streiten wir für die Aufwertung des Sozialen in der Gesellschaft. Die Beschäftigten in der Alten- und Krankenpflege, im Sozial- und Erziehungsdienst, in Behinderteneinrichtungen und Beratungsstellen leisten jeden Tag hervorragende Arbeit, um Menschen zu helfen. Sie haben gute Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung für die anspruchsvollen Tätigkeiten verdient“, so Bühler. Als bedeutender Akteur könne der Wohlfahrtsverband einen wichtigen Beitrag leisten, gute Standards im Gesundheits- und Sozialwesen zu schaffen. „Dafür reichen wir der AWO von ganzem Herzen die Hand und gratulieren ihr zum Jubiläum,“ so Bühler. „Im Werben um gesuchte Fachkräfte sind gute Tarifverträge außerdem ein dickes Plus.“

    Pressekontakt

    Richard Rother
    ver.di-Bundesvorstand
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