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    ver.di-Bilanz zur Aktionswoche in allen großen deutschen Seehäfen

    ver.di-Bilanz zur Aktionswoche in allen großen deutschen Seehäfen

    07.09.2018

    Am heutigen Freitag (7. September 2018) geht die Aktionswoche Baltic Week, in der über 45 Seeschiffe und eine Fähre inspiziert wurden, zu Ende. Die Baltic Week steht in der Tradition einer europaweiten Kampagne gegen Sozialdumping an Bord von sogenannten „Billigflaggen“-Schiffen. Gemeinsam mit Vertretern der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) gingen Inspektoren der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) an Bord von Seeschiffen, um die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Seeleute entsprechend der tariflichen Vereinbarungen zu prüfen.

    Traditionell nahmen in diesem Jahr wieder Hafenarbeiter aus Hamburg, Bremen, Bremerhaven und Rostock an den Inspektionen teil. Die ITF-Inspektoren deckten dabei unter anderem den Verstoß gegen gültige Tarifverträge auf, und stellten beispielsweise fest, dass es unter- oder unbezahlte Überstunden gab, falsch eingetragene Arbeitszeiten oder fehlerhafte Arbeitsverträge. Ein Cadet, der mehr als 12 Monate und ohne Urlaubstage an Bord war, durfte mit Hilfe der Inspektoren die Heimkehr antreten.

    „Als besonders erfolgreich können wir in diesem Jahr die Abschlüsse von insgesamt sechs neuen Tarifverträgen verzeichnen, die nun über hundert weitere Seeleute vertraglich absichern sowie die Auszahlung ausstehender Heuern an fünf ukrainische Seeleute in Höhe von 1.550 US $“, resümiert die Leiterin der ITF-Billigflaggenkampagne Maya Schwiegershausen-Güth.

    Doch nicht nur an Bord wurden Aktionen durchgeführt. Erstmalig in der Geschichte der Baltic Week wurden die Aktionen nicht nur an Bord durchgeführt. Auch in den Betriebskantinen der HHLA und bei Eurogate suchten Gewerkschafter und Vertreter der ITF den Dialog mit den Arbeiter/innen und Angestellten der Hafenbetriebe. Im Mittelpunkt stand die ver.di-Kampagne #DigitalMussSozial. 

    Auch der aktuell mit dem Eurogate-Konzern verhandelte Tarifvertrag „Zukunft“ wurde vor Ort diskutiert. Aufgrund der Veränderung der Arbeitsplätze durch den technologischen Umbruch müssen Fragen der Mitbestimmung, Qualifizierung und andere arbeitnehmerrelevante Aspekte in Tarifverträgen geregelt und gesichert werden.


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    Martina Sönnichsen
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