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    Ausbildungsreport Pflegeberufe 2012

    Ausbildungsreport Pflegeberufe 2012

    28.02.2013

    Die Auszubildenden in den Pflegeberufen beklagen belastende Arbeitsbedingungen in der praktischen Ausbildung und mangelnde Klarheit über eine spätere Anschlussbeschäftigung. Gleichzeitig sind zwei Drittel der überwiegend weiblichen Pflege-Auszubildenden mit ihrer Tätigkeit ‚zufrieden‘ oder ‚sehr zufrieden‘. Das ist das Ergebnis des Ausbildungsreports Pflegeberufe 2012, den die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) am heutigen Donnerstag veröffentlicht hat. Die Kritik an der betrieblichen Praxis verdeutliche, dass Personalabbau und Arbeitsverdichtung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen negative Auswirkungen auf die Ausbildung und die Attraktivität der Pflegeberufe haben. „Um Auszubildende erfolgreich auf ihr Examen vorzubereiten, bedarf es insbesondere einer ausreichenden Ausstattung mit qualifizierten Pflegekräften. Dafür brauchen wir eine bundeseinheitlich geregelte Personalbemessung“, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ellen Paschke in Berlin. Befragt wurden 2.700 Auszubildende in den Bereichen Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und Altenpflege. Schwerpunkt der Untersuchung sind die beruflichen Perspektiven sowie die Belastungen in der Ausbildung.

    Mängel in der praktischen Ausbildung im Betrieb bringen demnach große Belastungen für die Auszubildenden mit sich: Mehr als ein Drittel der Befragten beklagen, dass sie sich nicht gut in der Praxis angeleitet fühlen. Diese Auszubildenden kämpfen öfter mit Überforderung als diejenigen, die eine gute praktische Anleitung erfahren. Deutlich über die Hälfte der Befragten belastet das Arbeiten unter Zeitdruck, über ein Viertel belastet das häufige, unplanmäßige Wechseln der Stationen. Hinzu kommt, dass 32 Prozent der Befragten regelmäßig Überstunden machen, in der Altenpflege sogar fast 50 Prozent. Die Befragungsergebnisse seien ein Zeichen für knappe Personalbesetzung.

    Trotz Fachkräftemangels sind die beruflichen Perspektiven für die Auszubildenden ungewiss: Insgesamt gaben lediglich 25,5 Prozent an, in ein Arbeitsverhältnis übernommen zu werden. Nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten, die Klarheit bzgl. ihrer Übernahme haben, antworteten, sie würden unbefristet beschäftigt werden. Davon erhalten 91,1 Prozent der Auszubildenden in der Gesundheits- und (Kinder)Krankenpflege Vollzeitangebote, in der Altenpflege hingegen nur 56,2 Prozent.

    Der Ausbildungsreport Pflegeberufe 2012 ist abrufbar unter
    www.verdi.de/presse/downloads

    Rückfragen an Mario Gembus 030/6956-1049 oder Melanie Wehrheim 030/6956-1830

    Pressekontakt

    Jan Jurczyk
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