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    ver.di fordert mehr Wertschätzung für den Dienstleistungssektor …

    ver.di fordert mehr Wertschätzung für den Dienstleistungssektor und ein stärkeres Forschungsengagement von Bundesregierung und Wissenschaft

    10.01.2019

    Ohne Dienstleistungen funktioniert nichts: Es kommt kein Wasser aus der Leitung, kein Patient wird ordentlich versorgt, Busse und Bahnen werden nicht befördert. Und trotzdem wird der Dienstleistungsbereich oft weniger wertgeschätzt als die Industrie. „Dabei würde unser sozialer Zusammenhalt ohne die vielen Dienstleistungen auseinanderbrechen“, sagte der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Frank Bsirske am Mittag (am Donnerstag, den 10. Januar 2019) bei der Eröffnung der ver.di-Dienstleistungstagung in Berlin. Mehr als 120 Dienstleistungsexperten aus Gewerkschaften, Politik, Unternehmen und Wissenschaft wollen in zahlreichen Foren über die Zukunft des Dienstleistungssektors diskutieren. Prominenter Gast ist Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

    Bsirske warnte eindringlich davor, den Weg der letzten Jahre weiter fortzusetzen. „Wenn wir den Pfad der Kostensenkungen unter dem Motto „privat vor Staat“ fortsetzen, gefährden wir nicht nur die Substanz vieler Dienstleistungen, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, so der Gewerkschaftsvorsitzende. Das rasende Tempo der Digitalisierung, der kulturelle Wandel und eine vielfältiger werdende Gesellschaft verlangten eher nach Wegen, die die Gesellschaft mitdenkt und einbezieht.

    Bsirske appelierte, die technologischen Entwicklungen zu nutzen, „um qualitativ hochwertige, für alle zugängliche und verlässliche Dienstleistungen mit Guter Arbeit zu schaffen.“ Dafür bräuchte es allerdings wieder mehr öffentliche Verantwortung. „Denn so wenig wie der Markt von alleine Dienstleistungen für das Gemeinwohl hervorbringt, so wenig führt er automatisch zu technologischen und sozialen Innovationen für gute Dienstleistungen und Gute Arbeit“, so Bsirske.

    Benötigt würde eine aktive Dienstleistungspolitik, die Ordnung auf dem Arbeitsmarkt mit einem handlungsfähigen Staat zusammendenke, die attraktive Arbeitsbedingungen und Angebote öffentlicher Daseinsvorsorge vorantreibe und eine Forschungs- und Innovationspolitik, die gerade in digitalen Umbruchzeiten „mehr Verantwortung für den in der Forschung bislang absolut vernachlässigten Dienstleistungsbereich übernimmt“, so Bsirske weiter.

    Die Tagung, die gemeinsam mit der Hans-Böckler-Stiftung ausgerichtet wird, findet heute und morgen (10. und 11. Januar 2019) in Berlin statt und wird per Livestream ab 14 Uhr im Internet übertragen:
    https://www.verdi.de/++co++9251e05e-1352-11e9-aea2-525400b665de

    Pressekontakt

    Daniela Milutin
    ver.di-Bundesvorstand
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