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    ver.di fordert branchengerechte Unterstützung für den Handel - Mehr Überprüfungen in den geöffneten Geschäften

    17.12.2020

    Eine branchengerechte staatliche Unterstützung für die vom Lockdown betroffenen Unternehmen des Handels hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) gefordert. „Bemessungsgrenzen für die Gastronomie sind auf große Warenhäuser und Einzelhandelsketten nicht übertragbar“, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Zudem müssten die Interessen der Beschäftigten, bei denen es sich vorwiegend um Frauen handelt, stärker berücksichtigt werden.

    Allein die derzeitige Kurzarbeiterregelung sei für einen Großteil der Beschäftigten im Handel existenzgefährdend. „Mit 60 bis 67 Prozent des Nettogehalts kommen die nicht über die Runden. Deshalb darf es eine Erstattung an die Unternehmen nur in Verbindung mit der Bedingung geben, dass die Unternehmen das Kurzarbeitsgeld aufstocken, sagte Nutzenberger. Lösungen, die sich nur auf wirtschaftliche Interessen der Unternehmen konzentrierten und die Interessen der Beschäftigten außer Acht ließen, kosteten der Gesellschaft langfristig viel Geld, wenn sie in der Folge massenhafte Arbeitslosigkeit finanzieren müssten.

    Um die Branche zukunftsfähig zu machen, seien allgemeinverbindliche Tarifverträge notwendig. Der Vernichtungswettbewerb im Handel über Dumpinglöhne müsse mit Hilfe der Politik zurückgedrängt werden. Ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag, der für alle Stationären- und Online-Unternehmen der Branche gleichermaßen gilt, würde gerade den stationären Einzelhandel stärken“, so Nutzenberger.

    Für Geschäfte, die während des Lockdowns geöffnet bleiben, fordert ver.di die Einhaltung von Hygienemaßnahmen sowie des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Diese müssten auch im Hinblick auf die Zukunft durch Tarifverträge geregelt sein, damit sie nicht immer wieder neu verhandelt werden müssen. Die Politik sei gefordert, eigene Beschlüsse und Regelungen im Interesse der Beschäftigten und der Kunden zu kontrollieren. Andere Vorgaben müssten konkretisiert werden. So gelte bei der Festlegung von Höchstzahlen der Kunden pro Quadratmeter als Maßstab die Gesamtfläche. „Wenn die Fläche voller Regale steht und die Abstände an den Obstständen eng bleiben, ist das ein Gefahrenherd für Kunden und Beschäftigte“, kritisierte Nutzenberger.

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    Günter Isemeyer
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