Beschäftigte in Sana-Kliniken machen mit Warnstreiks Druck für deutliche Lohnerhöhungen

    Pressemitteilung vom 19.10.2022

    Vor der vierten Tarifverhandlungsrunde am morgigen Donnerstag (20. Oktober 2022) für die rund 10.000 Beschäftigten des kommerziellen Klinikbetreibers Sana, die unter den Konzerntarifvertrag fallen, bekräftigt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ihre Forderung nach deutlichen Lohnerhöhungen. „Die Warnstreiks und Aktionen, die in den vergangenen Tagen stattgefunden haben und heute sowie morgen durchgeführt werden, sind die richtige Antwort der Beschäftigten auf die fortgesetzten Spaltungsversuche der Sana-Spitze“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. Zunächst habe das Unternehmen nur Pflegekräften im Jahr 2023 mehr Geld geben wollen. „Dieses sogenannte Angebot hat Sana nach Protesten Ende September zurückgezogen. Das zeigt: Der Druck wirkt“, so die Gewerkschafterin. „Doch es folgte gleich der nächste Spaltungsversuch: Die angebotene Einmalzahlung von 4.500 Euro soll nur denjenigen voll zugutekommen, die keinen staatlichen Pflegebonus erhalten. Das ist dreist, schließlich zahlt nicht Sana den Bonus, sondern der Staat gibt das Geld dafür.“ Für eine Fachkrankenpflegerin, die den staatlichen Bonus erhalten hat, bleibe von der Einmalzahlung am Ende nur noch 1.200 Euro übrig. Wenn die Strom- und Gasrechnungen in diesem Jahr bezahlt seien, schlage die Inflation jedoch wieder voll durch. 

    Das Arbeitgeberangebot von 16 Monaten ohne dauerhafte Lohnerhöhung und danach acht Prozent in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 30 Monaten sei deutlich zu wenig, so Bühler weiter. „Die Beschäftigten der Krankenhäuser gehen allzu oft an ihre Grenzen und darüber hinaus, um die Menschen trotz Personalnot und schlechten Arbeitsbedingungen bestmöglich zu versorgen. Sie lassen sich nicht noch dazu mit massiven Reallohnverlusten abspeisen.“ 

    ver.di fordert für die rund 10.000 Beschäftigten der 20 Sana-Kliniken, in denen der Konzerntarifvertrag gilt, einen Sockelbetrag von 150 Euro monatlich sowie lineare Entgelterhöhungen von acht Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Auszubildende sollen monatlich 100 Euro mehr erhalten.

     

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    Jan Jurczyk
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