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    Luftverkehrsgipfel: ver.di fordert wegen Ryanair entschlossenes Handeln von Politik

    04.10.2018

    Vor dem morgigen Luftverkehrsgipfel fordert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) aus Anlass der Tarifauseinandersetzung mit der Lowcost-Fluggesellschaft Ryanair ein entschlossenes Handeln von der Bundes- und Landespolitik. „Dies ist keine normale Tarifauseinandersetzung zwischen den Sozialpartnern. Ryanair hält sich auf mehreren Ebenen nicht an die in Deutschland geltenden Spielregeln, so dass hier die Politik gefragt ist“, so ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle.
     
    Als Reaktion auf zwei Warnstreiks der in Deutschland stationierten Kabinenbeschäftigten im September hat Ryanair nun angekündigt, die Bremer Station zum 5. November zu schließen. Vorab war den rund 90 Beschäftigten bereits mündlich angedroht worden, dass dieser Schritt vollzogen werde, sollten sich die Beschäftigten an den Streiks beteiligen. „Ryanair zeigt damit erneut, dass das irische Unternehmen das deutsche Streikrecht unterminiert“, sagte Behle. Bereits in den letzten Wochen war es zu massiven Einschüchterungsversuchen gegenüber Beschäftigten gekommen. So ließ der Lowcoster Streikende durch Vorgesetzte beobachten und fotografieren und erklärte, dass der Streik illegal sei, weil er nicht angekündigt worden wäre.

    „Dass Ryanair die Rahmenbedingungen der in Deutschland geltenden Tarifautonomie nicht einhält, sondern statt dessen Streikende in Bremen europaweit zu versetzen droht und versucht, damit Angst und Schrecken zu verbreiten, ist unerhört und verlangt Antworten auch von der Politik.“ so Behle weiter.
     
    Konkret fordert ver.di von der Bundes- und den Landesregierungen:

    - Sich dem Aufruf anzuschließen, die Schließung des Bremer Standorts als Mittel der Einschüchterung umgehend zurückzunehmen und das grundgesetzlich geschützte Recht auf gewerkschaftliche Betätigung zu respektieren.

    - Die Streichung der Ausnahme von fliegendem Personal im Betriebsverfassungsgesetz § 117, um Mitbestimmung nach deutschem Recht zu ermöglichen.

    - Start- und Landerechte von Luftfahrtgesellschaften an die Einhaltung von internationalen UN-Kernarbeitsnormen und Tarifverträgen zu koppeln.


    „Die Gewerkschaften sind nicht zum Luftverkehrsgipfel eingeladen worden. Wir fordern die Politik dennoch auf, unsere Forderungen zum Gegenstand des Gipfels zu machen. Wir sind davon überzeugt, dass es im Interesse der Stabilität der ganzen Luftverkehrsbranche ist, dafür zu sorgen, dass sich alle Marktteilnehmer an die gemeinsamen Spielregeln halten“, so Behle.

    Die Verhandlungen für die Einführung von existenzsichernden Tarifverträgen und eine Personalvertretung für die rund 1.000 Kabinenbeschäftigten gehen am kommenden Dienstag, den 9. Oktober in Dublin weiter.


     

     

    Pressekontakt

    Daniela Milutin
    ver.di-Bundesvorstand
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