Pressemitteilungen

    Arbeitnehmer wenden sich vom "3. Weg" ab

    Arbeitnehmer wenden sich vom "3. Weg" ab

    28.01.2010

    Immer mehr Beschäftigte des Diakonischen Werks weigern sich, den tarifrechtlichen Sonderweg der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mitzugehen. Das ist auf der Delegiertenversammlung zur Wahl der Arbeitnehmervertreter in der Arbeitsrechtlichen Kommission (ARK) des Diakonischen Werkes am heutigen Donnerstag deutlich geworden. „Damit wird der Druck auf die diakonischen Arbeitgeber erhöht, endlich zu tarifvertraglichen Regelungen zu kommen, die sie bisher vehement abgelehnt haben“, sagte Ellen Paschke, Mitglied im Bundesvorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di).

    Auf der Delegiertenversammlung in Hannover hatten zuvor Arbeitnehmervertreter aus regionalen Diakonischen Werken die weitere Mitarbeit in der ARK verweigert, indem sie keine Arbeitnehmervertreter wählten. Anlass waren die Erfahrungen der Beschäftigten mit jahrelangen Nullrunden in der Diakonie, die erst nach den von ver.di-Kolleginnen und -Kollegen durchgeführten Aktionen und Warnstreiks beendet werden konnten. Kritisiert wurde auf der Versammlung vor allem, dass in der Kommission ein fairer Interessenausgleich zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern nicht möglich sei. In der ARK werden die Regelungen der Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) für die etwa 150.000 Beschäftigten in den Diakonischen Einrichtungen im Rahmen des tarifrechtlichen Sonderwegs der Kirchen beschlossen. Die Amtszeit der Kommission war zum Jahreswechsel abgelaufen. „Nur durch Tarifverträge kann es gelingen, die Abkopplung der Diakonie-Beschäftigten von der allgemeinen Einkommens- und Tarifentwicklung im Sozial- und Gesundheitswesen und vom öffentlichen Dienst zu beenden“, betonte Paschke.

    Rückfragen an Georg Güttner-Mayer 0170/574 85 63

    Pressekontakt

    Christoph Schmitz
    ver.di-Bundesvorstand
    Paula-Thiede-Ufer 10
    10179 Berlin
    Tel.: 030/6956-1011 bzw. -1012
    Fax: 030/6956-3001
    E-Mail: pressestelle@verdi.de
    alle Ansprechpartner der Bundespressestelle