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    ver.di kritisiert: Kreditversicherer kommt gut weg - Schlecker-Frauen verlieren doppelt

    08.10.2012

    Während Warenkreditversicherer, Lieferanten, Insolvenzverwaltung und die Eigentümerfamilie Schlecker in der Unternehmenspleite gut weggekommen seien, sieht die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Schlecker-Beschäftigten als „doppelte Verlierer“.

    „Erst wird die letzte Hoffnung der Frauen auf eine finanzielle Entschädigung wegen drohender Masseunzulänglichkeit zunichte gemacht. Und obendrein finden sie einen Arbeitsmarkt vor, der nicht die vollmundig versprochenen neuen Arbeitsplätze bereithält. Stattdessen drohen prekäre Jobs oder Arbeitslosigkeit“, kritisierte Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für den Handel.

    Neben den ehemaligen Schlecker-Beschäftigten sei es die Versichertengemeinschaft, die einen Großteil des finanziellen Schadens buckeln müsse, da wohl auch die Bundesagentur für Arbeit auf einem Teil ihrer Forderungen sitzen bleibe.

    „Wenn es stimmt, dass Hauptgläubiger Euler-Hermes einen Nettoverlust von lediglich zehn Prozent verschmerzen muss, während die Schlecker-Frauen alles verloren haben, muss die Frage erlaubt sein, ob hier alles mit rechten Dingen zugegangen ist“, so Nutzenberger.

    Letztlich werde zu prüfen sein, ob eine Untersuchung des Insolvenzverfahrens vonnöten sei. Hier sieht die Gewerkschafterin die zuständigen Stellen wie das Insolvenzgericht in der Pflicht, genau hinzuschauen und zu prüfen, ob die Verteilung der Restmasse korrekt gelaufen sei und ob die Insolvenzverwaltung die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit genug Nachdruck vertreten habe.