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    Rund 12.000 Bankbeschäftigte vor der fünften Verhandlungsrunde im Streik

    28.06.2019

    Rund 12.000 Beschäftigte aus privaten und öffentlichen Banken haben sich vor der nächsten Verhandlungsrunde am 3. Juli bundesweit an Streiks beteiligt, zu denen die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) aufgerufen hat. Hintergrund ist, dass es auch in der vierten Runde praktisch keine Annäherung gab und die Arbeitgeber wiederum ein völlig unzureichendes Angebot vorgelegt hatten, das über den Zeitraum von drei Jahren im Durchschnitt eine Erhöhung von lediglich je 1,16 Prozent bedeutet hätte.

    Angefangen bei Beschäftigten aus Baden-Württemberg (beispielsweise Stuttgart, Heidelberg und Mannheim) am 18. Juni sowie Niedersachsen (z.B. Hannover) und Bremen, über Saarbrücken, Berlin und Brandenburg, gingen am 20. Juni Bankangestellte aus Hamburg, am Tag darauf aus Kiel und Nordrhein-Westfalen (beispielsweise Dortmund, Essen, Düsseldorf und Köln) in den Streik. In den folgenden Tagen kamen beispielsweise Dresden und Leipzig, Wiesbaden, München und Nürnberg mit zahlreichen Streikaktionen hinzu. Es kam zu verzögerten Arbeitsabläufen und zahlreichen Filialschließungen. Damit erreichten die Arbeitsniederlegungen eine für die Kreditwirtschaft ungewöhnliche neue Qualität. Viele Beschäftigte legten bereits zum dritten Mal im Rahmen dieser Tarifrunde die Arbeit nieder - teilweise auch an zwei Tagen hintereinander, um Druck auf die Arbeitgeber zu machen.
     
    "Die Arbeitgeber zielen erkennbar darauf ab, die tariflichen Vergütungen und damit die Arbeit ihrer Angestellten langfristig zu entwerten", betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführer Christoph Meister. "Die Beschäftigten erwarten von ihren Arbeitgebern stattdessen entschlossenes Engagement für zukunftsfähige Geschäftsmodelle statt Schwarzmalerei und demotivierender Verunsicherung. Immer mehr Beschäftigte fühlen sich durch die Hinhaltetaktik der Arbeitgeber geringgeschätzt und treten entschlossen für einen angemessenen Tarifabschluss ein. Unser Verhandlungspartner ist gut beraten, am Tariftisch endlich konstruktive Angebote zur Befriedung zu unterbreiten." Das Angebot aus der letzten Runde würde bei 36 Monaten Laufzeit mit sechs Nullmonaten und einer durchschnittlichen Gehaltssteigerung von 1,16 Prozent unterhalb der Inflationsrate von aktuell bis zu 2,0 Prozent liegen.

    "Wir fordern die Arbeitgeber auf, die Signale der Beschäftigten, die sie mit ihren Streiks deutlich gesetzt haben, ernst zu nehmen und endlich ein Angebot vorzulegen, über das man verhandeln kann", so der Gewerkschafter.

    ver.di fordert in der Tarifrunde für die rund 200.000 Beschäftigten bei privaten und öffentlichen Banken sechs Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für Beschäftigte mit einer übertariflichen Bezahlung will ver.di eine entsprechende Dynamisierung der Gehälter durchsetzen. Für Auszubildende fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Vergütung um 100 Euro. Des Weiteren will ver.di in der Tarifrunde neben einer deutlichen Gehaltserhöhung vor allem über Arbeitsbelastung und Weiterbildung verhandeln. Aus diesem Grund fordert ver.di für alle Beschäftigten sechs Gesundheits- und Entlastungstage. Die nächste Verhandlungsrunde findet am Mittwoch, dem 3. Juli 2019 in Berlin statt.

    Pressekontakt

    Martina Sönnichsen
    ver.di-Bundesvorstand
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