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    ver.di hält am Atomausstieg fest

    ver.di hält am Atomausstieg fest

    26.10.2005

    Der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Bsirske, stellt fest, dass ver.di eine klare Position zum Ausstieg aus der Atomenergie hat, und erteilt allen anders lautenden Gerüchten eine klare Absage: "ver.di hat sich immer für einen geregelten Atomausstieg ausgesprochen. Daran ändert sich nichts."

    Entsprechende Beschlüsse habe die ver.di-Gründungsorganisation ÖTV bereits 1988 und 1996 gefasst. An diesen Beschlüssen halte ver.di auch fest. Es sei richtig und wichtig, dass die Nutzung der Kernenergie, wie im Atomgesetz bestimmt, praktisch beendet werde. "Es gibt einen Atomkonsens und wir legen Wert darauf, dass der so eingehalten wird", unterstrich Bsirske.

    Für die abgebrannten Brennelemente bedürfe es eines Endlagers in Deutschland. Eine Entscheidung darüber müsse in der kommenden Legislaturperiode gefällt werden. Bsirske machte deutlich, dass er an der Eignung des Salzstocks Gorleben als Endlager ausdrücklich Zweifel habe. Deswegen dürfe die Suche nach einem geeigneten Standort von der neuen Bundesregierung nicht ausgesessen werden. Ansonsten drohe, dass Gorleben mangels Alternativen Endlager werde.

    Angesichts steigender Energiepreise und sinkender Reserven sei es darüber hinaus unabdingbar, ein schlüssiges nationales Energiekonzept zu entwickeln. Dies müsse dynamisch angelegt sein, den Einsatz der vorhandenen Energieträger – soweit diese verantwortbar zu nutzen sind – optimieren und gleichzeitig Wege aufzeigen, zukunftsträchtige Innovationen schnell und effizient zu integrieren: "Deutschland ist weltweit führend bei der Markteinführung erneuerbarer Energien im Stromsektor", sagte Bsirske.

    "Bis fossile und nukleare Energieträger vollständig ersetzt werden können, brauchen wir aber einen Energiemix, der die Versorgung sichert." Kohle erscheine dabei als eine "geeignete Brücke ins solare Zeitalter". Wegen der hohen spezifischen CO2-Emissionen und der damit einhergehenden Klimabeeinflussung durch die Kohleverbrennung seien innovative Techniken wie beispielsweise die effiziente Kraft-Wärme-Kopplung unverzichtbar, solle diese "Brücke" für ausreichende Zeit begangen werden. "Hier ist die Industrie – Kraftwerkshersteller wie Energieversorger - gefordert", so Bsirske.

    Um den CO2-Ausstoß weiter wie erforderlich zu reduzieren, könne es für eine begrenzte Zeit erforderlich sein, im Rahmen des Atomkonsenses verstärkt Atomenergie zur Stromerzeugung einzusetzen. Dabei könne es zur Übertragung von Produktionsrechten zwischen den Kernkraftwerken kommen, wobei die Einhaltung von optimalen Sicherheitsstandards gewährleistet sein müsse.

    Das Kyoto-Protokoll müsse auch künftig verbindliche Klimaschutz-Standards setzen. Diese müssten weltweit anerkannt und eingehalten werden. Daher gelte es, alles daran zu setzen, auch große Emittenten wie die USA, Australien, China und Indien zur Unterzeichnung der entsprechenden Protokolle zu bewegen.

    Pressekontakt

    Harald Reutter ver.di-Bundesvorstand Potsdamer Platz 10 10785 Berlin Tel.: 030/6956-1010 bis -1017 Fax: 030/6956-3001 e-mail:pressestelle@verdi.de
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