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    Löhne der Schlecker-Frauen müssen zum Leben reichen - ver.di fordert: Schlecker-Pläne von Investoren müssen auf den Tisch

    08.05.2012

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) weist die Kritik des Insolvenzverwalters, sie würde einen Sanierungsbeitrag der Schlecker-Beschäftigten „blockieren“, mit aller Entschiedenheit zurück und fordert gleichzeitig Transparenz, was die Investorenpläne angeht.

    „Angesichts der Einkommenssituation der überwiegenden Anzahl der Schlecker-Beschäftigten bedeutet der vom Insolvenzverwalter geforderte Verzicht von 15 Prozent ein zu großes Opfer“, betonte ver.di-Verhandlungsführer Bernhard Franke. „Viele der Schlecker-Frauen arbeiten Teilzeit.  Zahlreiche Frauen geradewegs zum Jobcenter zu schicken, um ergänzende Sozialleistungen zu beantragen - das kann auch von Herrn Geiwitz nicht gewünscht sein. Ein Sanierungskonzept, das nur aufgeht, wenn die Schlecker-Beschäftigten auf lange Sicht untertarifliche Bezahlung akzeptieren, verdient diesen Namen nicht“, kritisierte Franke.

    Dieser von den Beschäftigten abverlangte völlig unrealistische Sanierungsbeitrag mache deutlich, dass das McKinsey-Konzept an mehreren Stellen nicht aufgehe. Zu diesem Ergebnis komme auch der von ver.di beauftragte Wirtschaftsprüfer. „Umso dringlicher ist es, dass der Insolvenzverwalter die Karten auf den Tisch legt und endlich die Fortführungskonzepte der potentiellen Investoren präsentiert“, forderte ver.di-Verhandlungsführer Franke.

    „Niemand kann von den Frauen Zugeständnisse verlangen, die ans Eingemachte gehen – erst Recht nicht, wenn die Beschäftigten im Unklaren gelassen werden, wie es in Zukunft weiter geht. Deshalb laden wir interessierte Investoren ein, uns ihre Pläne für Schlecker zu erläutern“, unterstrich der Gewerkschafter. Die Kenntnis dieser Zukunftspläne könnten Verhandlungen über einen möglichen Sanierungsbeitrag der Beschäftigten beschleunigen.

    Zwar seien bislang weder Namen noch Pläne von Investoren auf dem Tisch - dennoch sei ver.di bereit, durch die Verschiebung tariflicher Leistungen die Option auf den Anschluss eines Sanierungstarifvertrages offen zu halten. Voraussetzung sei aber, dass für die Zeit, in der die Beschäftigten auf Ansprüche verzichten, betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen würden. „Auch dazu war der Insolvenzverwalter bislang nicht bereit“, so Franke. „Im Gegensatz dazu sind die Schlecker-Beschäftigten durchaus bereit ihren Beitrag zu leisten, um das Drogerie-Unternehmen zu retten. Es ist das Mindeste, dass der Insolvenzverwalter das zur Kenntnis nimmt und seinen Teil zu einer gangbaren Lösung beiträgt. Das letzte Wort haben dann die ver.di-Mitglieder, die über mögliche Verhandlungsergebnisse entscheiden“, sagte der ver.di-Verhandlungsführer.

    Am morgigen Mittwoch werden die Sondierungsgespräche um einen Sanierungsbeitrag der Beschäftigten in Frankfurt am Main wieder aufgenommen. Die Bundestarifkommission Schlecker wird am Donnerstag über den aktuellen Stand der Gespräche beraten.