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    Nachhaltiger Handel statt Missbrauch der Pandemie - ver.di kritisiert Unternehmenssanierungen auf Kosten der Beschäftigten

    29.01.2021

    Mit Entsetzen reagiert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) auf die sich überschlagenden Nachrichten über Filialschließungen und Entlassungen im Einzelhandel. Handelsunternehmen wie H&M, Esprit, Pimkie, real und Adler hatten in den vergangenen Tagen entsprechende Ankündigungen gemacht, zuletzt auch die Parfümerie-Kette Douglas, die mehr als 60 Filialen in Deutschland schließen will.

    Dazu Stefanie Nutzenberger, für den Handel zuständiges ver.di-Bundesvorstandsmitglied: „Der Handel insgesamt, und insbesondere der stationäre Einzelhandel, erlebt seit Jahren einen tiefgreifenden Wandel. Das Einkaufsverhalten der Kundinnen und Kunden ändert sich, es wird kritischer nachgefragt und auch die Verantwortung der Unternehmen für alle Teile der internationalen Liefer- und Wertschöpfungsketten ist in den Fokus gerückt. Es kommt jetzt darauf an, einen nachhaltigen und zukunftsfähigen Handel zu gestalten, der sozial gerecht und ökologisch ist. Dafür braucht es einen gemeinsamen Kraftakt von Unternehmen, Gewerkschaft, Betriebsräten und Politik und insbesondere der Beschäftigten. Sie sind eine entscheidende Größe, ohne sie oder gegen sie geht gar nichts!“

    Orhan Akman, ver.di-Bundesfachgruppenleiter für Einzel- und Versandhandel, kritisiert das aktuelle Vorgehen der Handelsunternehmen: „Die Corona-Pandemie ist nicht die Ursache für die Probleme dieser Unternehmen, sie hat diese nur weiter verschärft und Missmanagement offengelegt. Ihnen mit den althergebrachten Manager-Rezepten, wie Personalabbau und Kostenreduzierung begegnen zu wollen, führt in die Sackgasse und gefährdet letztlich die Substanz der Unternehmen.“

    Allein seit 2019 wurden im stationären Textileinzelhandel mehr als 28.500 Beschäftigte gekündigt. Das entspricht 8,1 Prozent aller Beschäftigten in diesem Teilsegment des Einzelhandels. „Es waren die Geschäftsleitungen, die entscheidende Weichenstellungen bei der Digitalisierung und dem intelligenten Zusammenführen der verschiedenen Vertriebswege im stationären Einzelhandel verschlafen haben. Sie haben auf Preiskriege, Flächenexpansion und viele auch auf Tarifflucht gesetzt“, so Akman.

    In den vergangenen Jahren hätten Unternehmen hohe Gewinne verzeichnen können, die sie dem täglichen Einsatz und der harten Arbeit der Beschäftigten zu verdanken hätten. „Nun sollen diese den Preis für Management-Fehler bezahlen“, sagt der Gewerkschafter. „Es kann nicht sein, dass die Unternehmen, wie in den vergangenen Jahren, hohe Gewinne einkassieren und jetzt, wo der Laden nicht rundläuft, die Beschäftigten entlassen und die Kosten der Arbeitslosigkeit der Gesellschaft aufgebürdet werden“, so Akman. Das müsse Konsequenzen haben.

     

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    Daniela Milutin
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